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Todesangst in der Nordeifel (Schreer und Vartan ermitteln): Krimi und Hörbuchdownload von Jean-Louis Glineur

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WERBUNG: Seiten: 210 – Verlag: neobooks – Preis: 1,99 Euro

Eine junge Frau wird zwischen zwei Eifeldörfern überfallen und vergewaltigt. Kurz danach wird eine Jugendliche in der Nähe ermordet aufgefunden. Der Ehemann der zuerst überfallenen und vergewaltigten Frau setzt jedoch kein großes Vertrauen in die Polizeiarbeit der für diesen Fall zuständigen Ermittlungsbehörde, er beauftragt deshalb die beiden Privatdetektive Alwin Schreer und dessen Kollegin Anne-Catherine Vartan sich mit diesem Fall zu beschäftigen. Beide beginnen unverzüglich zu ermitteln, da davon auszugehen ist, dass in der nördlichen Eifel ein gefährlicher Mörder frei herumläuft, der vielleicht schon bald erneut zuschlagen könnte. Schon jetzt versetzt er die Bewohner in Angst und Schrecken. Bald darauf erfährt der unbekannte Serienmörder durch einen Aachener Boulevard-Journalisten und dessen Berichterstattung, dass die beiden Privatdetektive ihm schon gefährlich nah gekommen sind. Er setzt deshalb alles daran, durch eine üble Autorempelei beide Detektive umzubringen. Ihr Auto brennt zwar aus, doch Schreer und Vartan überleben. Jetzt nehmen die beiden Detektive die Angelegenheit höchst persönlich und eine Jagd durch die Euregio beginnt…

Nachdem Schreer einen heißen Tipp von einer Euskirchener Verkäuferin erhalten hat, der ein geparktes Auto aufgefallen war, das möglicherweise von dem Mörder benutzt wurde, macht er sich sogleich auf die Suche nach dem auffälligen Geländewagen. Er wird auch bald fündig, doch leider gelingt es Alwin Schreer nicht rechtzeitig den Mörder zu stellen. Der unbekannte Mann kann im letzten Moment fliehen und verübt bald darauf einen weiteren Mord.

Der weitere Verlauf der Story wäre schnell zu erzählen, wird aber an dieser Stelle ganz bewusst nicht verraten. Die 205 Seiten im Taschenbuchformat lesen sich locker und leicht. Erzählt wird sie aus der Ich-Perspektive des Privatdetektivs Alwin Schreer, dadurch entsteht eine angenehme Nähe zum Protagonisten. Als Detektiv wirkt er sehr menschlich und sympathisch. Er lässt sich bei Rückschlägen nicht lange aufhalten und entdeckt immer wieder Dinge oder Spuren, die die Polizei übersehen hat, bzw. diesen keine Beachtung schenkte. Aber ebenso wurde mir auch schnell seine Kollegin Anne-Catherine Vartan sympathisch. Die markante Detektivin ist Belgierin mit deutschem Pass. Anne-Catherine lässt sich scheinbar durch nichts sonderlich beeindrucken, auch dadurch wird sie für Schreer zur kongenialen Partnerin – und für die Leser zur willkommenen Bereicherung. Beide Protagonisten sind deshalb die unangefochtenen Sympathieträger dieses Krimis. Aber auch die Eifel selbst wird zum wichtigen Sujet, ohne dass dabei die üblichen Klischees, wie es leider zu häufig bei Regionalkrimis der Fall ist, in zu großem Umfang überstrapaziert werden. Ohne übertriebene Schnörkel beschreibt der Autor eine brisante und rasante Geschichte, die alle wesentlichen Ingredienzien eines spannungsgeladenen Krimis für die Leser bereithält. Die Spannungsamplitude schwingt quasi mit jeder gelesenen Seite mehr und mehr aus.

Da der Krimi Todesangst in der Nordeifel auch in einer Hörbuchfassung angeboten wird, machte mich die ganze Angelegenheit neugierig. Würde es einem Sprecher gelingen, dieser Geschichte eine ebenso gleichwertige Spannungskurve zu verleihen? Ich machte die Probe aufs Exempel. Und in der Tat, auch in der Hörbuchfassung zieht die Geschichte so rasant wie ein Porsche auf freier Strecke auf. Dem Zuhörer stehen nur kleine Pausen zur Verfügung, um Luft zu holen. Das Hörbuch hat mich ebenso tief beeindruckt und gefesselt, wie zuvor das gedruckte Buch. Der Schauspieler Julian Mehne interpretiert den Text mit kongenialen Stimmungen und hoher sprachlicher Kompetenz. Kein einziges Fremdwort bereitet ihm Schwierigkeiten, auch die vielen Ortsnamen werden fehlerfrei ausgesprochen, was auf eine gute Vorarbeit schließen lässt. Mit gelungener Modulation und der richtigen Sprechhaltung, besonders bei Actionszenen, versteht es Julian Mehne Spannungsbögen aufzubauen und zu halten. Das Finale wird gekonnt herbeigeführt und abgeschlossen. Allerdings gelingt es ihm nicht immer, den Figuren eine eigene Charakteristik zu verleihen, aber das beeinträchtigt kaum den Hörgenuss. Ich habe mir den Hörbuchkrimi während einer Fahrt auf der Autobahn zwischen Berlin und Hamburg angehört. Die 225 Minuten vergingen wie im Flug. Allerdings ist jedem Zuhörer dringend davon abzuraten, die im Text vorkommenden Autoverfolgungsjagten rasant nachzustellen. Halten Sie sich besser an die vorgeschrieben Richtgeschwindigkeiten und kommen Sie sicher an Ihr Reiseziel. Ich für meinen Teil, bin schon jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung.

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