Die verschleierte Gefahr: Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn von Zana Ramadani

WERBUNG: 264 Seiten – Verlag: Europa Verlag – Preis: 18,90 Euro (Gebundene Ausgabe)

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, behauptet die Autorin Zana Ramadani. „Muslime gehören zu Deutschland – aber nur, wenn sie sich dieser Gesellschaft anpassen.“

Diese beiden Kernaussagen machen dieses Buch zu einem wichtigen Impulsgeber unserer heutigen Zeit. Und ganz im Sinne von diesen Aussagen liefert Zana Ramadani ihre Sicht auf jene Zustände, die ihr besonders wichtig erscheinen. Es sind erschütternde Einblicke in eine realexistierende Parallelgesellschaft, in deren Mitte wir zwar leben, die aber in unseren Medien fast nie thematisiert werden oder viel zu wenig Beachtung finden, obwohl diese Zustände unser Land schon seit Jahrzehnten spalten.

„Wenn ich heute von Heimat spreche, meine ich Deutschland. Dieses Land, das so anders war und ist als jenes, das wir damals verlassen hatten. Doch seit einigen Jahren holt mich diese verbohrte Beschränktheit, die ich dort erlebt hatte, wieder ein, mitten in Deutschland.“

Zana Ramadani beschreibt Zustände, die in Leitmedien aus Gründen von falsch verstandener „Political Correctness“ kaum Erwähnung finden. Sie berichtet über Fälle aus dem Alltag, erzählt über Erfahrungen, was die gelebten Werte in islamistisch geprägten Familien angeht, und findet sehr klare Worte, um dies alles anschaulich zu schildern. Das Buch ist allerdings mehr als ein Angriff gegen die muslimischen Mütter; es ist eine Abrechnung mit dem (konservativen) Islam. Es sind erschütternde Zustände, die die Leser kaum unberührt lassen können. Bei der Lektüre dieses Buches bemerkt man sehr schnell, dass das Thema der Autorin sehr nahegeht. Ihre anschauliche Beschreibung des Unbehagens, dass einen großen Teil der Bürger langsam beschleicht, sollte eigentlich für die verantwortlichen Politiker ein Alarmsignal sein. Dieses Buch sollte auch an Schulen zur Pflichtlektüre werden.

Die Autorin liefert zunächst die Bestandaufnahme der heutigen Situation, was die Verbreitung des Islams in Deutschland angeht: „In einer Studie stimmte fast die Hälfte von 1200 Zuwanderern aus der Türkei und ihre Nachkommen der Aussage zu, ‚die Befolgung der Gebote meiner Religion ist wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe.‘ Ein Drittel wünscht sich die Gesellschaftsordnung aus Mohammeds Zeiten zurück. 13 Prozent haben ein verfestigtes fundamentalistisches Weltbild.“ (Quelle: Detlef Pollack „Integration und Religion aus der Sicht von Türkeistämmigen in Deutschland“, Münster 2016.) Auch zur Verhüllung der Frauen gibt es eine kurze Bestandsaufnahme und klare Worte. Die meisten Muslime in Deutschland sind geprägt von Werten, die nicht mit unserem Grundgesetz in Einklang zu bringen sind. Die Autorin sagt es unmissverständlich: „Deutsche Gender-Feministinnen meinen vielleicht, das Kopftuch als Symbol sei ein Schleier der Freiheit. Doch das Kopftuch ist das Leichentuch der freien Gesellschaft. Es ist ein »Fuck you!« gegenüber jeder freien unverschleierten Frau und gegenüber jedem Mann. Der Hijab ist eine verschleierte Lüge.“ Gleichzeitig wendet sich die Autorin ausdrücklich gegen die populistischen Positionen der islamkritischen AfD. Sie gibt stattdessen konstruktive Anregungen zum Umgang mit Flüchtlingen aus islamischen Ländern.

„Wir dürfen Flüchtlinge und Zuwanderer, die Hilfe und Schutz bei uns suchen, dazu verpflichten, unsere Angebote wahrzunehmen. Wir müssen es sogar, damit sie in unserer Welt überlebensfähig werden.“

Zana Ramadani, geb. 1984 in Skopje (Mazedonien) kam mit ihren Eltern als Siebenjährige nach Siegen. Nach Konflikten mit den muslimischen Werten der Familie flüchtete sie mit 18 Jahren in ein Frauenhaus. Nach einer Heirat (mit einem Deutschen) und Trennung erfolgte ein Umzug nach Hamburg, dann nach Berlin. Seit 2009 ist sie deutsche Staatsbürgerin. Sie wurde Rechtsanwaltsgehilfin und engagierte sich für Frauenrechte. Sie war Vorsitzende des Vereins Femen Germany e. V. und neben Irina Khanova, Hellen Langhorst und Klara Martens dessen Mitgründerin. Vor zwei Jahren verließ sie die Aktivistinnen im Streit. Seither ist sie im Einsatz für Menschen- und Frauenrechte, gepaart mit Islamkritik. Zahlreiche Talkshow-Auftritte, Reportagen und Dokumentarfilme, Vorträge und Workshops machten sie bekannt. Dabei übt sie auch immer wieder harsche Kritik an Muslimen, insbesondere wenn sie Situationen schildert, die mit den Werten unseres heutigen Lebens im Westen kaum zu vereinbaren sind, z.B. wenn es um die Rolle der Frauen und deren körperliche Züchtigung geht. Wenn man über die geschilderten Zustände in vielen der muslimisch geprägten Familien liest, trifft man oft auf das Thema Gewalt: Gewalt von Ehemännern zu ihren Frauen, von Ehefrauen zu ihren Töchtern. Dabei genießen die Söhne eine Sonderstellung. Es wird auch plausibel erklärt, warum das so ist. Der Stoff hat es in sich.

„Den Mittelalter-Islam oder den politischen Islam als kulturelle Eigenart zu verharmlosen ist falsch verstandene Toleranz oder Traumtänzer-Nostalgie. Wenn wir es nicht wagen, dem politischen Islam und der zunehmenden Radikalisierung entschlossen entgegenzutreten, weil wir Angst vor dem Vorwurf der Intoleranz oder des Rassismus haben, dann ist das Feigheit… Von dem französischen Schriftsteller und Philosophen Albert Camus ist der Satz überliefert: ‚Wer die Dinge beim falschen Namen nennt, trägt zum Unglück der Welt bei.‘ Ich will dazu nicht beitragen.“

Es ist ein lautstarker Appell an unsere Gesellschaft, endlich aufzuwachen und gegen die Entwicklungen, die gegen die Errungenschaften der freiheitlichen Grundwerte stehen, effektiv und konsequent gegenzusteuern.

„Wir sind zu tolerant gegenüber Intoleranten. Wir sind zu nachsichtig mit denen, die unsere Art zu leben ablehnen.“

Für mich als Rezensent blieb am Ende des Buches nur eine Problematik unausgesprochen. Zana Ramadani ist CDU-Mitglied. Als Frauenrecht-Aktivistin erscheint mir dieser Umstand allerdings nur schwer mit ihren sonstigen radikalen Ansichten in Einklang zu bringen. Gerade diese Partei mit dem großen „C“ im Namen vermittelt mir eher ein ziemlich konservatives Frauen- und Gesellschaftsbild. Zana Ramadani passt aus meiner Sicht nicht so recht in eine Reihe mit Angela Merkel, Ursula von der Leyen oder Julia Klöckner. Wäre es nicht ebenso konsequent gewesen, etwa auch fundamentalistisch-christliche Erziehungsmuster (die es in unserem Bildungs- und Schulsystem noch immer gibt, beispielsweise in der Institution der Konfessionsschulen) gleich mit an den Pranger zu stellen? In Deutschland herrscht ein völlig diffuses Verständnis über das Christentum und die Bedeutung und den Einfluss des Christentums auf unsere Gesellschaft. Die beiden großen Konfessionen sind gewaltige und politisch einflussreiche Glaubenskonzerne, die die Lehren Jesu Christi ständig pervertieren. Mit sagenhafter Dreistigkeit hebeln beispielsweise immer wieder kirchliche Arbeitgeber Tarifverträge aus. Der Staat gesteht christlichen Kirchen immer wieder Sonderrechte zu. Wir als Steuerzahler finanzieren die Gehälter der Bischöfe und Religionslehrer und finanzieren auch den Religionsunterricht an unseren Schulen, dessen Ziel es ist, heranwachsende Kinder mit christlichen Glaubensinhalten zu indoktrinieren. Nichtgläubige werden dagegen oft genötigt, am Religionsunterricht teilzunehmen – nicht selten mit erheblichen Nachteilen für ihren Zensurendurchschnitt.

Zur wirklichen Chancen- und Rechtsgleichheit gehörte es, alle Religionen konsequent vom Staat zu trennen und auf ihre Plätze zu verweisen. Gerade jetzt und hier wären Enthüllungen und ein Umdenkungsprozess zu einer strikten Säkularisierung in Deutschland vonnöten.