Der kleine Prinz: WDR-Hörspiel nach dem gleichnamigen Buch von Antoine de Saint-Exupéry

der_kleine_prinz_das_hoerspiel

WERBUNG: – Spieldauer: ca. 71 Minuten – Verlag: Hörbuch Hamburg – Preis: 11,49 Euro (Audio-CD)

Saint-Exupérys Klassiker Der kleine Prinz zählt zu den bekanntesten und meistverkauften Büchern der Welt. Ganz unterschiedliche Interpreten von Will Quadflieg über Ulrich Mühe, Jan Josef Liefers, August Zirner, Oliver Rohrbeck, bis hin zu Ben Becker haben dem „Kleinen Prinzen“ ihre Stimme geliehen. Es entstanden bis heute auffällig viele Adaptionen von ganz unterschiedlichen Qualitäten, die besonders nach dem Eintritt der Rechtefreiheit an der literarischen Vorlage, fast schon massenhaft wie Pilze aus dem Boden schossen. Ja, es sieht fast so aus, als hätten die Hörbuchverlage versucht, sich möglichst noch eine dicke Scheibe von der Popularität dieses Werkes abzuschneiden, um sich diese gewinnbringend aufs eigene Brot zu legen. Einige dieser Hörbuchproduktionen haben den kleinen Kerl verniedlicht, andere wiederum verkitscht oder ihn ganz unsentimental, lediglich auf seine weisen Erkenntnisse reduziert. Es ist immer ein Wagnis, einer alten und überaus bekannten Geschichte durch Neuinterpretation ein eigenes neues Leben einzuhauchen. Nicht wenige Sprecher sind daran gescheitert, aber aus der Flut von Hörbuch-Adaptionen des „Kleinen Prinzen“ sticht dieses WDR-Hörspiel hervor. Kai Grehns aufwendige Neuinszenierung des Klassikers ermöglicht einen ungeahnt atmosphärischen Blick auf Antoine de Saint-Exupérys berührendes und geistreiches Kunstmärchen. Hörspielregisseur Kai Grehn hat dabei ein herausragendes Sprecherensemble zusammengestellt und als Neuübersetzer der Geschichte sämtliche Klischees ausgetrieben.

Grehn gelingt nicht nur das Kunststück, die Sprache vom Existentialistischen ins Zeitgenössische zu übertragen, sondern auch die „Unendlichkeit des Alls“ durch geradezu LSD-artige Klangexperimente von alva noto und dem Electronic-Duos Tarwater „traumwandlerisch“ mitschwingen zu lassen, resümierte „Die Zeit“ (29.09.2016)

Alles beginnt mit einer Notlandung eines Piloten mit seinem Flugzeug in einer Wüste. Am folgenden Tag steht ein kleiner Kerl vor ihm und berichtet von seiner langen, abenteuerlichen Reise. Er erzählt ihm von fernen Planeten und ihren Bewohnern: von einem König ohne Untertanen, von einem Fuchs, der sein Freund wurde und von einer Rose auf seinem kleinen Planeten, die er liebt. Die verschiedenen Geschichten, die er erzählt, sind dabei episodenhaft, dennoch existieren Beziehungen zwischen ihnen. So werden nach und nach Portraits von den unterschiedlichsten Figuren gezeichnet. Die eitle Rose beispielsweise, die der kleine Prinz über alles liebt, und die ihm niemand ersetzen kann, ist so ein Portrait. Sie ist das treibende Motiv der Handlung, da ohne sie der Grund für die weite Reise – für den Planetenflug – nicht gegeben wäre. Auch wenn in einer akustischen Interpretation die bekannten Zeichnungen des Autors fehlen müssen, werden diese Bilder doch hier sprachlich erzeugt und durch eine atmosphärische Klangwelt adäquat ersetzt. Dafür sorgen natürlich auch die Sprecher. Martin Wuttke ist als Pilot zu hören. Er spricht damit auch einige Erzählertexte. Alexander Fehling leiht dem kleinen Prinzen seine Stimme, er gestaltet ihn so lebendig und voller Enthusiasmus, dass man als Zuhörer die Figur sprichwörtlich vor sich sehen kann. Überhaupt ist das ganze Hörspiel bis in die kleinste Nebenrolle hochkarätig besetzt. Die Musik unterstreicht den träumerischen Charakter der Geschichte, ohne dass dabei ein penetranter Klangteppich entsteht. Auch die Geräusche fügen sich sehr angenehm in das Gesamtkonzept ein.

Meine Erwartungen und meine Vorfreude auf dieses Hörbuch waren auch hier recht hoch gesteckt, ich wurde nicht enttäuscht.

Meine wärmste Hörempfehlung!

Die Sprecher und ihre Rollen: Alexander Fehling als „Der kleine Prinz“, Martin Wuttke als „Der Pilot“, Dieter Hallervorden als „Der König“, Paula Beer als „Die Rose“, Jens Wawrczeck als „Der Fuchs“, Josef Ostendorf als „Der Geograph“, Otto Mellies als „Der Geschäftsmann“, Jule Böwe als „Die Schlange“, Samuel Finzi als „Der Laternenanzünder“, Andreas Schmidt als „Der Eitle“, Lars Rudolph als „Der Trinker“ und Claudia Grote als „Die Rosen im Rosengarten“.

Über den Regisseur: Kai Grehn gründete nach seinem Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin das THEATER fleur du mal. Zu den Hörspielproduktionen, bei denen er Regie führte, zählen Die Geschichte vom Franz Biberkopf nach dem Roman Berlin – Alexanderplatz von Alfred Doblin und Fisch. Farce für den Film nach Ingmar Bergman. Für Die künstlichen Paradiese nach Charles Baudelaire wurde er 2012 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Technische Realisation: Martin Seelig, Peter Avar, Jean Szymczak, Benjamin Ihnow Regieassistenz: Nadine Schmid

Dramaturgie: Ulla Illerhaus | Eine Produktion des WDR 2016 Spieldauer: ca. 71 Minuten.   Erschienen ist das Hörspiel als Hörbuch beim Verlag  Hörbuch Hamburg.

Totenfang: Thriller von Simon Beckett (Hörbuch-Download)

41jy9ooawgl__aa300_

WERBUNG: Spieldauer: 15 Stunden und 47 Minuten – Verlag: Argon – Preis: 22,30 Euro

David Hunter wird zu einem Leichenfund gerufen. In den Backwaters, einem abgelegenen Mündungsgebiet in Essex, droht man richtig zu versinken, was nicht nur für den forensischen Anthropologen David Hunter problematisch ist, sondern auch für dort angeschwemmte Leichen.

Die bewährten Zutaten zu diesem Thriller sind wieder geschickt ausgewählt und stimmungsvoll platziert: Eine verlassene Gegend, wortkarge Bewohner und ein paar Leichenteile, die nicht unbedingt zusammenpassen. Irgendwann schlägt auch noch das Wetter um und das Handy fällt aus. Das Chaos ist perfekt arrangiert.

Der neue Fall gestaltet sich von Anfang an schwieriger als gedacht. Alles deutet zunächst auf einen Selbstmord hin. Doch der Forensiker Dr. David Hunter hat da seine Zweifel. Ein Verdächtiger wird natürlich schnell gefunden, doch auch hier bleibt Hunter skeptisch. Es stellt sich zunächst die Frage: was verbergen die Bewohner des Dorfes Backwaters, in dem sich die angeblichen Unglückfälle zugetragen haben? Mit Totenfang setzt Bestsellerautor Simon Becket bereits zum fünften Mal seine spannende Thriller-Reihe fort. Der Autor nimmt seine Leser (und via Hörbuch seine Zuhörer) mit in einen überaus komplexen und vielschichtigen Fall, der zwar zunächst gemächlich anläuft, aber schon bald kaum noch Zeit zum Atmen lässt.

Johannes Steck ist die deutsche Stimme von Simon Beckett und für seine Lesungen um den Ermittler David Hunter bereits mehrfach mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet worden. Steck lässt die Geschichte auf seine Zuhörer wirken, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Sein Sprechstil wirkt dabei dezent und zugleich charakteristisch, sodass es den Zuhörern leicht fällt, dem Handlungsablauf, vor allem aber den Dialogen, zu folgen. Alle emotionalen Momente wirken glaubwürdig und werden authentisch dargestellt. Es ist überaus professionell, wie Steck mit relativ wenig Modulationsspielraum so eine atmosphärische Dichte erzeugt.

Für mich ist Totenfang einer der besten Becketts bisher: packende Atmosphäre, stimmige Charaktere, gut ausgewählte Schauplätze, keine Logikbrüche und eine stringent erzählte Geschichte. Ein Hunter, dem man sehr nah kommt. Und dennoch hätte ich mir keine Lesung, sondern vielmehr ein Hörspiel gewünscht. Aber vielleicht folgt das ja noch irgendwann…

Für alle, die die Reihe schon kennen, eine klare Hörempfehlung. Das ist allerfeinste Krimiunterhaltung pur. Alle anderen sollten besser die Hunter-Reihe vom ersten Buch an lesen bzw. hören, zumal man in diesem 5. Band kaum etwas über die Vorgeschichte des forensischen Anthropologen erfährt.

Für alle, die lieber etwas in den Händen halten wollen, gibt es das Hörbuch selbstverständlich auch im Buchhandel zu kaufen. Das Hörbuch-Layout ist an das Buchcover angelehnt. Die insgesamt 12 CDs sind weiß bedruckt und stecken in schwarzen Papierhüllen, die wiederum in einer ansprechend gestalteten Verpackungsbox eingelegt sind. Ein achtseitiges Booklet enthält ein kurzes Interview mit dem Autor sowie eine Kartenübersicht der Backwaters.

Erschienen ist das Hörbuch beim Argon Verlag.

Spieldauer: ca. 947 Minuten, 12 CDs, ungekürzte Lesung

Hörbe mit dem großen Hut: Hörspiel nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Otfried Preußler

616osfdxf-l__aa300_

WERBUNG: 1 CD – Spieldauer ca. 55 Minuten- Verlag: Der Audio Verlag – Preis: 6,47 Euro (als Download)

Im Siebengiebelwald lebt ein Hutzelmann namens Hörbe. Der kleine Kerl mit dem viel zu großen Hut hat Spaß am Leben, und wenn die Sonne durch den Reisighaufen bis in seine Stube dringt, dann denkt er sich: Wie schön ist es, auf der Welt zu sein. Eines schönen Tages ist er gerade am Preiselbeermarmelade kochen. Als er eine Pause einlegt, zwitschert ein Vogel: Hörbe mach einen Wandertag! Und damit fängt diese Geschichte an.

Auf seiner Wanderung erlebt er nun die seltsamsten Geschichten. In den Worlitzer Wäldern kann er nur knapp dem gefürchteten Plampatsch entgehen und er findet einen Freund: Zwottel, den Zottelschratz. Mit ihm gemeinsam macht das Wandern gleich doppelt so viel Spaß und zu zweit bestehen sie nun die gefährlichsten Abenteuer.

Otfried Preußler hat eine ganze Reihe von Kinderbuch-Klassikern verfasst. Seine Bücher „Der Räuber Hotzenplotz“, „Der kleine Wassermann“, „Krabat“ und ganz besonders „Die kleine Hexe“ sind weltbekannt. Aber dieses Märchenbuch kennt noch nicht jeder. Auch mir war es bisher weder als Theaterstück, noch als Film oder Buch bekannt. Erst durch dieses Hörspiel bin ich erstmals mit den drolligen Hutzelmännern in Berührung gekommen.

Die Geschichte ist recht einfach strukturiert, was Spannung und Handlungsverlauf anbelangt wird sie sehr kindgerecht erzählt, aber sie reicht dennoch nicht ganz an die großen Werke des Autors heran. Dafür aber bietet sie in der Hörspielfassung etwas, was eigenartigerweise bei Kinderhörbüchern eher selten vorkommt: Es ist eine Geschichte voller Zungenbrecher. Und genau das bereitet einen riesengroßen Hörspaß.

Die Hörspielfassung wurde mit ihren jeweils unterschiedlichen Charakteren sehr lebendig inszeniert. Die Besetzung jeder einzelnen Figur, bis in die kleinste Rolle, wirkt durchgängig stimmig, besonders die mitunter schwer zu sprechenden Wortschöpfungen des Zwottel werden durch die Stimme von Sandra Schwittau zum reinsten Hörvergnügen. Auch der Erzählerin gelingt es mit viel Charme und Esprit zu überzeugen. Deshalb bin ich mir absolut sicher, auch der liebenswerte kleine Höbe wird, wie zuvor schon der Räuber Hotzenplotz oder die kleinen Hexe, alle Kinderherzen im Sturm erobern.

Hörbe mit dem großen Hut wurde von Judith Lorentz inszeniert und von Lutz Glandien mit einer fantasievollen Musik liebevoll untermalt. Produziert wurde das Kinderbuch als Hörspiel vom SWR und dem NDR. Als CD ist das Hörspiel bei DAV erschienen.

Als Erzählerin führt Brigitte Hobmeier durch die Geschichte. Der kleine Hutzelmann wird von Nico Holonics gesprochen und Sandra Schwittau (bekannt als die Synchronstimme von Bart Simpson aus der Fernsehserie „Die Simpsons“), lieh dem Zwottel ihre unverwechselbare Stimme. In weiteren Rollen sind Annette Strasser, Jirka Zett, Ernst Konarek, Michael Tregor, Marek Harloff, Anne Lessmeister, Hanna Plaß, Maja Kuhl und Holger Heddendorp zu hören.

Meine Erwartungen und meine Vorfreude auf dieses Hörbuch waren recht hoch gesteckt, ich wurde nicht enttäuscht. Für längere Autofahrten mit Kindern ab einem Alter von 5 bis 9 Jahren ist es sehr gut geeignet.

Ich möchte dieses vergnügliche Hörbuch allen Eltern oder Großeltern als Geschenk für ihre Kinder bzw. Enkelkinder nur wärmstens empfehlen. Da hat eigentlich jeder, egal ob jung oder alt, was davon.

( 1 CD / Laufzeit ca. 55 Minuten)

Mord am Kudamm: Berlin-Krimi von Chris Tanner

51s9blub22l

WERBUNG: Seiten: 307 – Verlag: berlincrime – Preis: 2,99 Euro

Privatdetektiv Frank Ross nimmt einen scheinbar einfachen und obendrein gut bezahlten Auftrag an und landet kurz darauf in einem äußerst verstrickten Mordfall. Während er am Berliner Kurfürstendamm einen Mann observiert, wird auf diesen ein Mordanschlag verübt. Fünf Leichen und eine tote Katze. Ein bisschen viel für einen Tag, könnte man meinen, aber die gelungene Kriminalgeschichte enthält etliche unerwartete Wendungen und wird spannend erzählt.

Chris Tanner hat mit Mord am Kudamm einen wunderbaren, unterhaltsamen und zugleich skurrilen Berlin-Krimi abgeliefert. Obwohl ich mich zunächst an die Ich-Form gewöhnen musste, hat mich dieses Buch doch sehr schnell in seinen Bann gezogen. Der humorvolle Schreibstil und die Art, bekannte Handlungsorte und schräge Charaktere miteinander in Einklang zu bringen, ist dem Autor ausgezeichnet gelungen. Wer jedoch einen klassischen Krimi erwartet, in dem alles sehr ernsthaft vonstattengeht, der wird sich eventuell von diesem Buch gelangweilt abwenden. Mord am Kudamm ist meiner Meinung nach mit einem verschmitzten Augenzwinkern geschrieben worden. Diese Art von Humor ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Das Buch lebt vor allem von seinen skurrilen Figuren, von dem richtigen Maß an Berliner Schnoddrigkeit, und von seiner unerwarteten Auflösung . Es überrascht aber auch durch etliche witzige Dialoge. Und so lässt Chris Tanner keine lange Weile aufkommen. Als einzigen Kritikpunkt benenne ich das Buchcover. Es kommt für meinen Geschmack recht einfallslos und altmodisch daher. Aber das ist sicherlich Geschmackssache…

Nach seinen Vorbildern befragt, nennt der unter Pseudonym schreibende Autor vor allem Hans Fallada. Im Schreibstil hat mich aber sein Roman auch etwas an Erich Kästners Berliner Kinderbücher erinnert, was ausdrücklich als Kompliment aufzufassen ist.

Da ich zusätzlich einen „Heimvorteil“ genießen durfte, weil ich die beschriebenen Handlungsorte selbst gut kenne, kamen mir am Ende sogar die Berliner-Typen ziemlich vertraut vor. Nach der Lektüre glaubt man, jeden Winkel um den Kudamm herum zu kennen. Chris Tanner sollte unbedingt seinen Privatdetektiv Frank Ross schnellstmöglich mit einem nächsten Fall beauftragen. Also, hinsetzen und weiterschreiben. Allet klar?

Die Abnormen („Die Abnormen“-Serie 1): Thriller von Marcus Sakey

5162o1kndll

WERBUNG: Seiten: 510 – Verlag: Amazon Crossing – Preis: 2,99 Euro

In Wyoming vermag ein kleines Mädchen, allein in der Art und Weise, wie jemand seine Arme verschränkt, daraus seine dunkelsten Geheimnisse ablesen. In New York gelingt es einem Mann, Muster im ständigen Auf und Ab der Börsenkurse zu erkennen, er rafft mit seiner Fähigkeit 300 Milliarden Dollar zusammen.  Man nennt diese Leute »Abnorme« oder »Geniale«, es sind alles Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Seit 1980 kommt ein Prozent aller Neugeborenen »abnorm« zur Welt – und seitdem ist alles anders. Einer von ihnen ist der Agent Nick Cooper. Seine Gabe macht ihn zum erfolgreichen Terroristenjäger, denn das moderne US-Amerika (wenn wundert’s?) wird von einer Welle von Terroranschlägen bedroht. Erzählt wird eine Geschichte aus einer fiktiven Welt in naher Zukunft, die abstoßend und erschreckend wirkt, die aber dennoch bereits unserer heutigen Welt frappierend ähnlich ist. Cooper wird auf den vielleicht gefährlichsten Mann der Welt angesetzt, einen Genialen, der bereits seinen nächsten brutalen Anschlag plant. Um an ihn heranzukommen, muss Agent Cooper gegen all seine eigenen Grundsätze verstoßen und andere seinesgleichen hintergehen.

Marcus Sakey (Jahrgang 1974) wird bereits als „moderner Meister der Spannung“ gehandelt (Chicago Sun-Times), er gilt sogar als „einer unserer besten Erzähler“ (Michael Connelly). Wer aber Buchrezensionen über seine Bestsellerkrimis in Zeitungsfeuilletons hierzulande lesen möchte, sucht sicher vergebens. Marcus Sakey ist im deutschen Buchhandel so was wie eine Persona non grata. Der Grund: Seine Werke erscheinen ausschließlich bei Amazoncrossing (und werden deshalb von den hiesigen Buchhändlern ignoriert).

Mit Die Abnormen hat er einen packenden Thriller geschrieben, der es wahrlich in sich hat. Ich habe mit dem Kindle gelesen und dann wieder parallel im Auto die Hörbuchfassung genutzt. Auch als Hörbuch konnte mich dieser Thriller dank der guten Stimme des Interpreten Torben Kessler absolut fesseln.

Wer erfahren möchte, wie ein gut geschriebener Thriller funktioniert, sollte dieses Buch als profundes Lehrbeispiel nutzen. Gleiches gilt auch für angehende Erfolgs-Autoren. Bestseller sind durchaus kalkulierbar.

Jetzt bin ich auf die weiteren Teile gespannt. Diese Literaturvorlage bietet sicher ausgezeichnetes Drehbuchmaterial für eine TV-Serie.

Buchmarketing.direkt im Gespräch mit Dieter Menyhart

Dieter Menyhart ist Kundengewinnungs-Experte, Trainer und Buchautor. Mit über 30 Jahren eigener Verkaufserfahrung, davon 12 Jahre in Führungspositionen als Verkaufs- und Marketingleiter, gibt der Schweizer sein Wissen in Seminaren und Vorträgen an Verkaufsführungskräfte und Verkäufer in ganz Europa weiter. Sein Motto lautet: „Vermarkten Sie nicht Ihre Produkte, begeistern Sie Ihre Kunden!“

*

Buchmarketing.direkt: Guten Tag, Herr Menyhart. Im Fokus unseres Gespräches soll natürlich vorrangig Ihr Buch SECRET OF SALES: Die Erfolgsstrategien der BIG Player stehen. Sie eröffnen es im Editorial gleich mit einer Kernaussage, die den eigentlichen Inhaltsschwerpunkt mit nur wenigen Sätzen einkreist: „Kein Beruf hat sich in den letzten Jahren so radikal verändert wie der Verkauf. Kunden sind immer besser informiert und damit anspruchsvoller geworden. Mit einem Klick im Internet erhalten Interessenten Tausende Informationen über Produkte und Hersteller.“ Besteht aus Ihrer Sicht durch die moderne Art von Informationsbeschaffung seitens der Kunden eine latente Bedrohung, dass in absehbarer Zeit der Berufsstand des Verkäufers in eine akute Schieflage geraten könnte?

Dieter Menyhart: Nein. Es geht allerdings um ein klares Umdenken als Verkäufer. Die Interessenten sind immer besser (vor)informiert. Zudem gibt es einen großen „Graben“ zwischen der Wahrnehmung von Produktedetails und Marken-Merkmalen zwischen Anbietern und Kunden. Was der Anbieter als klare Vorteile seines Angebots sieht, ist aus Sicht des Kunden schlicht Standard oder er nimmt die einzelnen Vorteile gar nicht wahr, da er sich (verständlicherweise) ja um sein eigenes Business kümmert. Auch bereits eingesetzte „Marken“ werden für Kunden vielfach erst wieder im Kopf präsent, wenn er ein Problem damit hat. Oder wissen Sie selber zum Beispiel gerade aus dem Stehgreif, welche Drucker-Marke Sie im Betrieb haben? Von einem Verkäufer erwarten Kunden deshalb auch einen echten Mehrwert darüber hinaus. Was biete ich als Verkäufer für neue Impulse, damit der Kunde in seinem Business noch erfolgreicher ist? Verkäufer die nur die Produkte aber nicht den Kunden und sein Geschäft kennen, haben hier keine Chance.

Buchmarketing.direkt: Sehr häufig hört man von Verkäufern im Einzelhandel eine stets ähnlich lautende Klage: „Viele Kunden betreten mein Geschäft und lassen sich ein Produkt von mir ausgiebig und fachgerecht erklären. Sie nehmen es in die Hand, spüren und prüfen seine Beschaffenheit oder testen es unter Umständen sogar selbst vor Ort. Dann werfen sie einen Blick auf das Preisschild und sagen schließlich, aber im Internet kann ich das gleiche Produkt wesentlich preiswerter erwerben.“ Nicht selten verlassen Kunden die Geschäfte, ohne den betreffenden Artikel gekauft zu haben. Sie bestellen ihn online, haben aber die vom Verkäufer erbrachte Beratungsleistung gern in Anspruch genommen. Die Statistik besagt, dass sich in der Schweiz die Käufer bei 80 Prozent aller Käufe vorher im Internet informiert haben. Eine Zahl, die noch steigen wird. Gekauft wird am Ende dort, wo es am günstigsten ist und wo die besten Rahmenbedingungen geboten werden. Wird Ihrer Meinung nach dieser ungleiche Preiskampf nicht zwangsläufig zu einer Verzerrung des Wettbewerbes führen? Und welche Empfehlungen geben Sie dem stationären Einzelhandel für die Zukunft?

Dieter Menyhart: Der Einzelhandel muss (wieder) lernen 1:1 zu verkaufen! Einen Kunden nach der Beratung mit den Worten „Gerne geschehen“ zu verabschieden, ist tödlich! Verkaufen bedeutet abschließen – alles andere ist Beratung! Es gibt bereits heute „mutige“ Händler, die Beratung ohne Abschluss kostenpflichtig machen. Dazu gehört aber eben Mut! Die Erfahrung zeigt aber, dass Kunden durchaus bereit sind, auch für Beratung zu bezahlen, wenn die Spielregeln von Anfang an auf dem Tisch liegen und der Mehrwert auch quantitativ sofort ersichtlich ist. Da genügen 08/15-Aussagen wie, „bei uns bekommen Sie Qualität“ nicht mehr. Diese „Qualität“ muss glaubhaft belegt werden und damit meine ich nicht den (vergleichbaren) Preis sondern den messbaren Nutzen! Daneben ist das Kauferlebnis am POS nicht zu vernachlässigen. Ein Kunde, der sich hier gut beraten fühlt, entscheidet auch spontan. Aber nur, wenn der Verkäufer auch die Kunst des Verkaufens beherrscht!

Buchmarketing.direkt: Wenn ich heute ein Schlagwort (beispielsweise das Wort „Sportschuhe“) in die Maske einer Suchmaschine eingebe, erhalte ich nicht selten beim nächsten Aufruf völlig anderer Webseiten eingeblendete Werbeangebote zu eben diesem Begriff. Viele Großunternehmen nutzen Algorithmen im Internet wie Zauberformeln, um damit Kunden zu akquirieren. Ist es nicht so, dass jene Unternehmen die bestmöglichsten Chancen für einen Verkaufsabschluss per Online-Shop erzielen, welche auch die höchsten Rankings in den Suchmaschinen einnehmen?

Dieter Menyhart: Das ist so! Dabei ist Google und Co. gerade der Freund von kleinen Anbietern! Oder anders ausgedrückt – Google bevorzugt die Fleißigen zuerst. Mit einer cleveren Online-Strategie erreiche ich die Top-10 auf Google recht schnell, ohne ein Werbebudget der Großverteiler. Ich selber bin ein gutes Beispiel dafür. Ich erstelle 2 x pro Monat einen Blog-Artikel. Diesen poste und bewerbe ich auf für mein Business relevanten Seiten (Xing, Linkedin, Facebook). Der Inhalt wiederum führt direkt auf meine Homepage. Damit habe ich erreicht, dass ich innerhalb weniger Monate bei relevanten Stichworten auf der ersten Seite von Google bin und zwar ohne teure Ad-words-Kampagnen! Googeln Sie einfach einmal „Verkaufstrainer Schweiz“.

Buchmarketing.direkt: Sie lassen in Ihrem Buch vierzehn unterschiedliche Verkaufsexperten von ebenso vielen (wie auch unterschiedlichen) Top-Unternehmen zu Wort kommen. Herausgekommen sind interessante Einblicke in ihre jeweiligen Denkungsweisen und Verkaufsstrategien. Mir ist während der Lektüre allerdings aufgefallen, dass eigentlich bei allen befragten Verkaufsprofis in der Kernaussage Konsens darüber besteht, welche Voraussetzungen Verkäufer zu erfüllen haben, um auch zukünftig erfolgreich tätig zu bleiben. Alle äußerten sich unisono etwa sinngemäß, dass Verkäufer als Berater wahrgenommen werden sollten, dass sie genau Zuhören sollten und die Bedürfnisse eines jeden Kunden, ja sogar die Kunden persönlich genau kennen sollten. Im Zeitalter der technischen Kommunikationsmöglichkeiten, das besonders durch das Versenden von E-Mails, schalten von Telefonkonferenzen oder Skype-Übertragungen gekennzeichnet ist, hört sich das etwas ungewöhnlich an. Immerhin ist das Schlagwort „Internet der Dinge“ heute in aller Munde. Wird also der ganz direkte Kundenkontakt zukünftig doch wieder eine größere Bedeutung einnehmen? Und (Stichwort: reisende Vertreter) wird sich das Tätigkeitsumfeld des zukünftigen Verkäufers wieder mehr in Richtung Außendienst verlagern?

Dieter Menyhart: Die Frage für einen Kunden ist immer: Welcher Mehrwert bietet mir ein Anbieter, damit ich meine Unternehmensziele erreiche? Wenn der Verkäufer hier klare Antworten hat, ist er auch in Zukunft ein gerngesehener Ansprechpartner. Aber eben: es genügt nicht, im Internet abrufbare Informationen persönlich zu wiederholen. Nur wer sich auf jeden Kunden und dessen Herausforderungen individuell einstellt, kann hier auch in Zukunft punkten. Sonst wird der Aussendienst nur als „Zeitfresser“ wahrgenommen.

Buchmarketing.direkt: Im Verkauf muss man ja grundsätzlich zwischen zwei Hauptsäulen unterscheiden. Es gibt einerseits die Dinge des täglichen Bedarfs, wie Brot, Butter oder meinetwegen auch Bücher. Andererseits gibt es das Angebot von Artikeln oder Dienstleistungen, die sich fast nur über eine fachliche Beratung verkaufen lassen. Derzeit werden allerdings ausgebildete Fachkräfte im Einzelhandel fast überall stark abgebaut. Im Elektronikmarkt muss man sich am Point of Sale (zumindest ist das in Deutschland mein persönlicher Eindruck) mitunter schon sehr bemühen, um einen kompetenten Verkäufer zu finden, der auch auf spezielle fachliche Fragen zu einem Produkt beratend eingehen kann. Eine angelernte Aushilfskraft ist an dieser Stelle wenig hilfreich. Welche Zukunftschancen räumen Sie solchen Unternehmen ein?

Dieter Menyhart: Diese Unternehmen stehen vor einer Grundsatzfrage: wollen sie in Zukunft überhaupt noch Beratung am POS anbieten oder nicht. Beratung bedeutet aber auch (kostenintensive) Schulung der Verkäufer. Wer 08/15-Ware ohne geschultes und motiviertes (!) Personal anbietet, hat verloren. Gleichzeitig sollte man aber das Gefühl der Haptik nicht unterschätzen. Eine Ware in den Händen zu haben erzeugt ein enorm starkes Gefühl – „Meins!“. Wenn dann noch ein geschulter Verkäufer vor Ort ist, entsteht ein spontaner Kaufsog. Das funktioniert übrigens auch im B2B hervorragend! Gerade Produkte die schwer erklärbar und fassbar sind, können mit den richtigen Verkaufshilfen fassbar zum Leben erweckt werden.

Buchmarketing.direkt: Sie selbst sind als Verkaufstrainer in der Schweiz erfolgreich tätig? Je nach Zielgruppe werden in Ihren Seminaren auch Rollenspiele mit echten Einkäufern, CIOs und CEOs angeboten. Wie können wir uns als interessierte Leser dieses Gespräches solche Rollenspiele vorstellen? Der Sales Director der Neopost AG – René Gonthier, schreibt in Kapitel 10 Ihres Buches: „Ein Schauspieler, der sich nicht mit seiner Rolle identifiziert, seine Motivation nicht versteht und kein Interesse an der Leidensgeschichte des Charakters hat, wird diesen niemals auf glaubwürdige und fesselnde Weise verkörpern. Mit dem Verkauf ist es ebenso.“ Muss ein moderner Verkäufer also auch schauspielerisches Talent mitbringen, um in seinem Beruf erfolgreich agieren zu können?

Dieter Menyhart: Klassische Rollenspiele mit Verkaufstrainern haben zu recht ein schlechtes Image bei Verkäufern. Als wertvoll erachten Verkäufer hingegen Situationen, in welchen Sie 1:1 z.B. von Einkäufern (bzw. für ihre Business relevanten Ansprechpartner), gefordert werden und konkrete Rückmeldungen und Tipps erhalten, die sie in ihrer Praxis auch sofort umsetzen können. Genau das biete ich mit meinen Trainings und erhalte immer enorm positive Rückmeldungen. Es geht weniger um „schauspielerisches Talent“ sondern vielmehr um die eigene Begeisterung für „mein“ Produkt und „meine“ Dienstleistung. Das ist übrigens alles andere als „modern“. Wer mit Leidenschaft und Begeisterung verkauft, begeistert seine Kunden. Mit einer solchen echten Begeisterung verzaubert ein Verkäufer sein „Publikum“.

Buchmarketing.direkt: Eine Problemstellung, auf die ich in Ihrem Buch mehrfach gestoßen bin, lautet: Wie komme ich als Verkäufer oder Berater in den Kopf des Kunden? Der Verkäufer der Zukunft muss also, weitaus mehr als früher, eine ausgezeichnete Menschenkenntnis oder zumindest sehr sensible Sinne mitbringen. Diese Kenntnisse kann sich jedoch ein junger Mensch, der gerade seinen Schul- oder sogar Universitätsabschluss erfolgreich absolviert hat, oft nicht mit auf seine Waagschale legen. Gibt es ein „bestes Alter“ für gute Verkäufer?

Dieter Menyhart: „Jung sein“ ist eine reine Kopfsache. Wer offen ist, zu lernen und auf seine Kunden einzugehen vermag, ist „Jung“. Erfahrung ist ein anderes Thema. Wer Erfahrung hat, kann Potentiale besser einschätzen. Gleichzeitig kann er sich diese damit aber auch verbauen, weil er sich mit vorgefassten Meinungen selber im Weg stehen kann („Das funktioniert bei meinen Kunden nicht“ etc.) Wer so denkt, ist aus meiner Sicht „alt“ und wird es mit solchen Denkmustern in Zukunft im Verkauf sehr schwer haben. Solche geistigen Blockaden sind leider sehr schnell aufgebaut. Es gibt aber gerade auch ältere Verkäufer, welche im Geist jung sind und immer wieder neues versuchen. In den Kopf des Kunden kommt ein Verkäufer, der mit Leidenschaft hinter seinem Produkt steht und den Kunden als Menschen mit dessen Bedürfnissen und Wünschen versteht und dafür Lösungen anbietet. Gleichzeitig fordert er Kunden auch heraus, statt „Gegebenheiten“ als der Wahrheit letzter Schluss zu akzeptieren. Das erfordert „Jugend im Kopf“!

Buchmarketing.direkt: Einigen Verkäufern merkt man den heftigen Druck an, der auf sie intern von Vorgesetzten ausgeübt wird. Sie werden permanent angehalten, ein bestimmtes Umsatzbudget zu erreichen, das aber nur in Ausnahmefällen erzielbar ist. Dieser Druck aber macht solche Verkäufer nicht unbedingt erfolgreicher, vielmehr verstärkt es ihre Unsicherheit. Testen Sie in Ihren Seminaren auch Entscheidungsträger bezüglich Führungsqualitäten?

Dieter Menyhart: Ihre Aussage bezüglich Druck kann ich voll unterschreiben. Oft habe ich es in der Verkaufsführung wirklich mit Führungskräften zu tun, die großen Druck auf die Verkäufer aufbauen und diese damit behindern und damit internem Wiederstand der Verkäufer gegenüberstehen. Hier stelle ich den Führungskräften bereits in der Planungsphase durchaus auch einmal unangenehme Fragen. Woher kommen diese Ziele? Sind Sie realistisch und wenn ja, warum genau? Warum wurden sie bisher nicht erreicht? Was ist die Führungsperson bereit zu tun, damit die Ziele erreicht werden? etc. Hier verstehe ich mich als „Challenger“, der auch Führungspersonen oft dazu bringt, über die übergeordneten Themen nochmals nachzudenken. Allerdings muss man auch realistisch sein. In sehr vielen Fällen sind die Vorgaben nicht auf dem „Mist“ des Verkaufsleiters gewachsen, sondern kommen von weiter oben. Hier durchleuchte ich generelle Verkaufsprozesse und Zielvorstellungen sehr tief und verlange auf Bedarf auch ein Arbeits-Meeting mit der Geschäftsführung zum Thema Verkaufsstrategie. Es gab viele Fälle, in welchen die Führung ihre Strategie als Ganzes hinterfragt und neu ausgerichtet hat. Erst danach wurde dann das Verkaufstraining darauf ausgerichtet und (erfolgreich) durchgeführt. Wenn ich die Vorgaben und die Grundlagen als nicht realistisch einschätze und auch keine Bereitschaft der Geschäftsleitung erkennbar ist, lehne ich den Auftrag ab.

Buchmarketing.direkt: Einige Menschen studieren Psychologie, um Menschen besser bzw. leichter einschätzen zu können. Wäre das Ihrer Meinung nach eine gute Voraussetzung für den Erfolg eines zukünftigen Verkäufers?

Dieter Menyhart: Es gibt Millionen von Ärzten mit der gleichen Ausbildung. Welchem vertrauen Sie? Demjenigen, der neben der Fachkompetenz auch auf Sie und Ihr Problem als Mensch wirklich und glaubhaft eingeht, richtig? Das theoretische Grundwissen ist nur dann wertvoll, wenn es mit wahrhaftiger Empathie einhergeht. Zu unserem Thema und Ihrer Frage: Verkäufer sind keine Psychologen, sondern eben Verkäufer. Das Grundverständnis für menschliche Motive und Bedürfnisse sind für Verkäufer durchaus sinnvoll und wichtig. Entscheidend ist die Empathie und vor allem die Bereitschaft, den Kunden als Mensch mit individuellen Bedürfnissen wahrzunehmen und zu verstehen. Hier steht aus meiner Sicht keine Akademisierung sondern funktionierende Praxismethoden für den Verkaufserfolg im Vordergrund. Diese sind die Basis des Erfolgs von Verkäufern in meinen Seminaren.

Buchmarketing.direkt: Noch eine letzte Frage. Wie könnte das Portfolio eines erfolgreichen Verkäufers in ca. zwanzig Jahren aussehen?

Dieter Menyhart: In 20 Jahren ist ein Verkäufer hoch vernetzt. Er weiß über das Business seiner Kunden mindestens so viel wie dieser selbst. Er erkennt potentielle Bedürfnisse, bevor der Kunden selber darauf kommt. Er ist ein Challenger und Business-Entwickler, der den Kunden herausfordert und unterstützt, dessen Business-Modell mit seinen Lösungen immer weiter zu verbessern und damit den Umsatz und Gewinn für alle Beteiligten zu steigern.

Buchmarketing.direkt: Herr Menyhart, ich bedanke mich für dieses sehr informative Gespräch.

Link zur Buchbesprechung

Link zur Website des Interview-Partners

 

SECRET OF SALES: Die Erfolgsstrategien der BIG Player von Dieter Menyhart

51h8qmzuxcl

WERBUNG: Seiten: 177 – Verlag: Werdewelt Verlags- und Medienhaus – Preis: 15,99 Euro

Es werden am Markt immer mehr Produkte und Dienstleistungen angeboten, gleichzeitig nimmt die Anzahl der Anbieter kontinuierlich zu und der Verkauf als Ganzes wird zunehmend komplexer. Gleichzeitig aber nimmt der Lebenszyklus der einzelnen Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich ab. Das Verkaufswelt-Karussell drehte sich in den vergangenen Jahren immer schneller. Es stellt sich daher die Frage, welche Anforderungen ein Verkäufer zukünftig in den Beruf mit einbringen sollte, um alle diese Kriterien erfolgreich meistern zu können.

Im Internet findet heute jeder Interessent nicht nur ausführliche Produktbeschreibungen, sondern ihm steht auch die Möglichkeit zur Verfügung, diese Produkte per Mausklick käuflich zu erwerben. Bewertungsportale, Foren und andere Informationsquellen dienen dem Zweck, dass sich Nutzer zu Produkten austauschen können. Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern, aussagekräftige Spezifikationen oder Qualitätsmerkmale der Produkte selbst, sind durch Google & Co. vergleichbarer und transparenter geworden, als es jemals zuvor der Fall war. Auf Verkäufer kommt daher ein gewaltiger Umdenkungsprozess zu. Sie müssen sich von ihrer bisherigen Rolle, der des reinen Informationsvermittlers, verabschieden, und stattdessen zu Challengern und Problemlösern werden. Einkäufe im Internet sind in aller Regel eine emotionslose Angelegenheit. Emotionen bei Kunden zu erwecken, das ist nur ein Ratschlag (von vielen weiteren), den uns dieses Buch vermittelt. Wenn sich ein Verkäufer zusätzlich als Berater verhält, dann übt das eine unmittelbare Wirkung auf seinen Kunden aus, denn es geht nicht nur um einen einmaligen Verkauf, sondern auch darum, dem Kunden Problemlösungen anzubieten, die für ihn einen begreifbaren Mehrwert darstellen. Die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Zielgruppe zu bringen, darum geht es im Verkauf, denn am Schluss kauft der Kunde nicht die vom Verkäufer angebotene Problemlösung, sondern empfindet diese als seine eigene.

Ob Verkauf funktioniert oder nicht, das wird in den nächsten Jahren mehr noch als bisher auf die Persönlichkeit jedes einzelnen Verkäufers zurückzuführen sein. Doch wie sehen die Anforderungen aus, die er zu erfüllen hat, wenn er zukünftig weiterhin erfolgreich in seinem Beruf arbeiten möchte?

Vierzehn verschiedene Verkaufsexperten von ebenso vielen (wie auch unterschiedlichen) Top-Unternehmen aus der Schweiz kommen in diesem Buch ausführlich auf über zweihundert Seiten zu Wort. Sie gestatten dem Leser interessante Einblicke in ihre jeweiligen Denkungsweisen und Verkaufsstrategien. Welchen neuen Herausforderungen müssen sie sich als Entscheidungsträger stellen? Welche beruflichen Erfahrungen sind oder waren mitentscheidend für ihren Erfolg? Was macht überhaupt einen erfolgreichen Verkäufer wirklich aus?

Die Antworten und Gedankenanregungen der vierzehn Verkaufsprofis sind spannend, verblüffen mitunter, zeigen aber immer, wie vielfältig die Verkaufswelt tatsächlich ist. Durch die verschiedenen aber stets authentischen Perspektiven und Sichtweisen der ganz unterschiedlichen Verkaufsprofis, wird dieses Buch gewissermaßen nicht nur zur Pflichtlektüre eines jeden aufstrebenden Verkäufers, sondern bietet auch bereits erfahrenen Marketingfachleuten, Consultings oder Key Account Managern eine fachlich fundierte Weiterbildungsmöglichkeit. Aus meiner Sicht eignet sich dieses Buch aber auch für interessierte Laien, die sich für moderne Verkaufspraktiken interessieren und keine 08/15-Vorschläge, sondern nach authentischem Wissen suchen.

Meinerseits eine klare Kaufempfehlung und ein dickes Dankeschön an den Herausgeber. Dieter Menyhart ist selbst Kundengewinnungs-Experte und Verkaufstrainer, dadurch weiß er ganz genau, worauf es in diesem Bereich tatsächlich ankommt. Er sagt über sich: „Ich habe in meiner eigenen Verkaufstätigkeit oft Fehler gemacht. Gleichzeitig habe ich es wieder und wieder versucht, bis ich mein Können dank Verkaufstrainings und Praxiserfahrung so ausgebaut hatte, dass sich der unvermeidliche Erfolg einstellte.“

Mit diesem Buch gibt der Schweizer sein Erfolgswissen auch als Initiator und Herausgeber an alle interessierte Leser weiter. Seine Leidenschaft gilt eindeutig dem Verkauf. Als Trainer begleitet er auf Seminaren angehende Verkäufer auf ihrem ganz eigenen und persönlichen Weg zum Erfolg.

Link zum Gespräch mit dem Herausgeber