Das Fleisch der Frauen: Psychothriller von Simone Malina

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WERBUNG: Seiten: 291 – Verlag: Kindle Edition – Preis: 0,99

„Was ist gefährlicher? Drei besoffenen Kerlen oder einem Psychopathen ausgeliefert zu sein? Wo war der Unterschied? Gab es eigentlich eine Entschädigung für Unglück? Sie erinnerte sich an die Worte ihrer Therapeutin – dass nichts im Leben einfach so passiert – dass jeder eine gewisse Mitschuld an seiner Tragödie trägt. Diese Klugscheißerin hatte Recht, dachte Elise verbittert.“

Das Leben stellt einem nicht immer diejenigen Menschen vor, die man gern treffen möchte. In diesem Satz ist mehr Wahrheit enthalten, als der Leser zunächst annehmen möchte. Die Hauptprotagonistin dieses Buches ist die Krankenschwester Elise Kaminsky. Sie gehört jedenfalls jener Spezies an, die immer wieder auf die falschen Menschen treffen.

Elise ist eine wunderschöne junge Frau. Mit ihrer wohlgeformten schlanken Figur wirkt sie nahezu magisch auf Männer. Im Gegensatz zu ihrem perfekten Körper ist allerdings ihre Fähigkeit, Menschen richtig einzuschätzen, stark unterentwickelt. Sie denkt und handelt überaus naiv und ist viel zu gutgläubig, ganz besonders dem anderen Geschlecht gegenüber – und genau das macht sie zu einem potentiellen Opfer…

So begibt Sie sich nacheinander in merkwürdige Beziehungen mit verschiedenen männlichen Partnern und lässt sich von allen schikanieren und sexuell ausbeuten. Dabei ist Elise auf der Suche nach dem Glück, nach ihrer großen Liebe, nach einem Mann, der es ernst meint mit ihr und sie auf Händen durchs Leben tragen soll.

Es kommt erwartungsgemäß sehr bald schon zur ersten Katastrophe. Sie flieht aus dieser missglückten Beziehung, sucht und findet eine neue Wohnung und beginnt ein neues Leben. Aber bald gerät Elise nach ihrer Enttäuschung erneut an einen Psychopathen. So blöd kann man doch nicht sein, fragt sich der Leser verzweifelt. Aber es hilft nichts, Elise schafft neue Tatsachen. Sie geht ihren naiven Wunschvorstellungen von einem Traummann erneut auf den Leim. Diesmal ist es ein exzentrischer Schriftsteller, der sie bald schon als Opferlamm für seine sado-masochistischen Machtspiele auserkoren hat. Zu spät bemerkt sie, dass ihre neue Liebe nicht der herbeigesehnte Held aus einem seiner Kitschromane ist, sondern dass er danach trachtet, ihre Schönheit durch übermäßige und erzwungene Kalorienzufuhr zu zerstören. Sie endet als Gefangene des Schriftstellers und ist den Foltermethoden ihres Peinigers gnadenlos ausgeliefert.

Alles in allem, ein brisantes Thema. Eigentlich stellte ich mir beim Lesen immer wieder die Frage: Gibt es tatsächlich Frauen, die sich so wie Elise verhalten?

Ja, es scheint sie tatsächlich zu geben, und zwar gar nicht so selten, wie man immer wieder aus den Medien erfahren kann. Und zugleich drängte sich in mir die nächste Frage auf: Gibt es solche perversen Männer, die schöne Frauen mästen?

Offensichtlich gibt es auch sie, die Fettfetischisten.

Fazit:

Die körperlich sehr attraktiven Leserinnen dieses Thrillers sollten zukünftig ganz genau hinschauen. Geben Sie acht! Wenn Ihnen ein Verehrer ständig gut zuspricht, sie permanent animiert, viel zu viel zu essen – und dazu noch das Falsche, also kalorienlastige Kost, dann sollten Sie sofort misstrauisch werden. Vertrauen Sie auf gar keinen Fall einem Mann, der Sie mit Double-Chocolate-Bömbchen zu füttern versucht.

Das Fleisch der Frauen ist ein nervenaufreibender Roman, der wirklich von Anfang bis Ende zu fesseln vermag. Eine Lektüre, die auf jeden Fall empfohlen werden kann. Das Buch ist abwechslungsreich geschrieben und anfangs etwas verschachtelt, es kommt jedenfalls ganz ohne Gemetzel aus. Wer auf billigen Splatter oder auf zerstückelte Leichenteile steht, wäre hier falsch am Platz. Für Freunde eines guten Psycho-Thrillers aber ist es ein absolutes Muss.

Ein kleiner Wermutstropfen: Wer auf gutes Deutsch Wert legt, stolpert beim Lesen mitunter über einige (wenige) Orthographie-, Grammatik- und auch Flüchtigkeitsfehler. Mit dem Dativ scheint die Autorin jedenfalls auf Kriegsfuß zu stehen. Dafür aber erwartet den Leser ein Wechselbad aus Schrecken und sarkastischem Humor.

Sehr gut, endlich mal was Abgefahrenes.

(per)

Der Meister und Margarita: Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Michail Bulgakow

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WERBUNG: Hörspiel, 10 CDs, Laufzeit: 11 h 32 – Verlag: Der Hörverlag – Preis: 29,99 Euro

 

 

Dies ist keine Rezension im eigentlichen Sinne, sondern einfach nur mein ganz persönlicher Begeisterungs-ausbruch über diese mehr als gelungene Literaturadaption, die in der Hörspielgeschichte ihresgleichen suchen dürfte. Ganz großes Hör-Kino!

Worum geht´s?

Im Moskau der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist der Teufel los: Ein gewisser Voland (Jürgen Holtz), Professor für Schwarze Magie, gibt zusammen mit seinen drei merkwürdigen Vasallen einige Vorstellungen in einem Varietétheater. Dabei stellt er die Moskauer Gesellschaft der stalinistischen Ära gründlich auf den Kopf, er foppt, blamiert und schädigt alle. Er treibt die Nomenklatura in den Wahnsinn und bringt nebenbei die halbe Stadt ins Gefängnis. An den Patriarchen-Teichen verliert ein Schriftsteller im wahrsten Sinne seinen Kopf, ein anderer verliert seinen Verstand. Nur zwei entgehen dem Chaos: der verzweifelte Schriftsteller, der sich „Meister“ nennt (Thomas Thieme) und seine Geliebte Margarita (Bärbel Röhl). Das Varietétheater erlebt unterdessen seine Jahrhundertvorstellung mit Voland. Viele Damen finden sich urplötzlich halb nackt auf den Moskauer Straßen wieder und alle schimpfen über verschwundene Geldscheine. Alles endet in den Flammen, während der „Meister“ seinem Schüler im Irrenhaus die Geschichte seines Buches über Pontius Pilatus erzählt. Diese Parallelgeschichte, sozusagen das „Buch im Buch“, wird in die Inszenierung geschickt eingeflochten. Es ist die philosophisch tiefgründige Geschichte über den grausamen Prokurator von Judäa Pontius Pilatus und die Tage rund um die Verhaftung und Verurteilung des Jesu von Nazareth. Von der Verurteilung bis hin zur Kreuzigung Jesu zeigt es einen leidenden, gequälten, zutiefst zerrütteten Prokurator (Jürgen Thormann); sie berichtet auch, wie er sich verzweifelt zu rechtfertigen sucht und sich dabei selbst belügt.

Es gibt aber noch eine dritte Erzählebene, die Verbindung zu Goethes Faust. Alle diese drei Ebenen eröffnen ein reiches Feld an Deutungen. Vieles davon bedarf historischer Kenntnisse, beispielsweise über die Stalin-Ära der 30er Jahre, auch über Religionsgeschichte (die biblische Passionsgeschichte), und natürlich verlangt es auch literarisches Hintergrundwissen, z.B. über Gogol und Dostojewski. Bulgakows Art der Satire erinnert teilweise an Gogol. Die Charaktere sind mitunter sehr markant gezeichnet, die ebenso Dostojewski als literarisches Vorbild erkennen lassen. Seine grotesken Darstellungen des Alltagslebens tragen oftmals fantastische oder absurde Züge. Stark und manchmal düster, voller Allegorien und bissiger Ironie, mitunter verwirrend, dann wieder komisch, immer jedoch reich an Bildern. Diese Art Gesellschaftskritik zu üben, hat in der russischen Literatur eine lange Tradition. Die hier inszenierte, eng ans Original angelehnte Hörspielversion, bringt dem Zuhörer das Werk auf sehr unmittelbare Weise nahe. Die Geschichte strotzt nur so vor religiösen und politischen Anspielungen, dass einem manchmal ganz schwindelig wird. Die fabelhafte Verzahnung der Ebenen erzeugt Spannung, Ironie und Witz. Alles in allem zeigt sich das Werk auch in dieser Hörspielfassung als teuflisches Meisterwerk der russischen Avantgardeliteratur. Die vielschichtige Interpretation des Satans und seiner Vasallen (hierbei ganz besonders des Katers: Hermann Beyer), ebenso wie die des Pilatus und des Apostels Matthäus (Martin Reinke) ist dennoch nicht einfach zu verstehen. Dass das Werk in der Stalin-Ära nur in Teilauszügen erhältlich war und zensierte Passagen ausschließlich im Samisdat kursierten, ist allerdings nachvollziehbar. Der damalige sowjetische Staats- und Kulturbetrieb wird gnadenlos bloßgestellt. Aber die Reichweite des Werks geht weit über den inzwischen untergegangenen kommunistischen Staat hinaus. Die angeprangerte Kleinbürgerlichkeit und die Borniertheit ihre Epigonen begleiten uns heute noch und haben nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Es ist ein Hörbuch, das man sich unbedingt mehrfach anhören sollte, um jedes Detail besser verstehen zu können. Als Hörspielinszenierung bereitet es konzentriertes und zugleich faszinierendes Vergnügen. Wie bereits das Lesen des Romans, so eignet sich auch das Hörspiel nicht fürs Nebenbei anhören. Zeiten, Orte, Ebenen, Figuren und auch Spielszenen wechseln in rascher Folge. Dass ist keine leichte Kost, ganz sicher aber mit die beste, die es zu hören gibt. Wenn jemals eine Top-Ten-Liste der besten Hörbuchproduktionen erstellt werden sollte, die jeder im Leben zumindest einmal angehört haben sollte, dann wäre Der Meister und Margarita auf jeden Fall darauf zu finden.

Der Regisseurin Petra Meyenburg gebührt höchstes Lob für die Hörspielbearbeitung dieses Romans. Der Zugang zu Bulgakows phantastisch-komischem Werk, ist durch ihre Texteinrichtung und Regieführung um ein Vielfaches einfacher geworden.

Auf 10 CDs und knapp 700 Minuten Spieldauer gelangt der Hörer in den Genuss eines der wichtigsten russischen Romane des 20. Jahrhunderts. Allerdings gibt es doch einen kleinen Wermutstropfen: Einige Orts- und Namensbezeichnungen wurden von den Sprechern falsch betont. Die Regisseurin hätte sich vor den Aufnahmen bei einem russischen Native Speaker nach der korrekten Aussprache erkundigen müssen.

Für die Hörspielmusik, die jedes Kapitel einleitet, zeichnete Uwe Hilprecht verantwortlich. Seine Musik und die Hintergrundgeräusche passen sich ebenfalls sehr gut der Handlung und den Charakteren an. Durch die Einfügung seiner unaufdringlichen und gekonnten Kompositionen bleibt den Sprechern genügend Freiraum, die unterschiedlichen Facetten ihrer jeweiligen Charaktere gekonnt herauszuarbeiten. Es wurde wohltuend sparsam mit Geräusch umgegangen, umso mehr mit Musik und viel Feingefühl für Ironie, Komik und Wirkung auf die Darstellung der einzelnen Charaktere arrangiert.

(per)

Hörspiel mit Jürgen Hentsch als Erzähler, Thomas Thieme als Meister, Jürgen Holtz als Voland, Jürgen Thormann als Pontius Pilatus, Gert Haucke als Kaiphas, Daniel Minetti als Besdomny, Wolfgang Jakob als Berlioz, Dieter Mann als Afranius und Winfried Glatzeder als Jeschua, u. v. a.

Regie: Petra Meyenburg

Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 1998

(10 CDs, Laufzeit: 11 h 32)

Wahre Lügen: (Nordsee-Krimi 2) von Andreas Adlon

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WERBUNG: Seiten: 230 – Verlag: Kindle Edition – Preis: 2,99

Julia Wilken trennt sich von ihrem langjährigen Freund. Nun aber fühlt sie sich seit einiger Zeit von ihm verfolgt und beobachtet. In ihren eigenen vier Wänden passieren merkwürdige Dinge, deshalb beschuldigt sie ihren Ex-Freund des Stalkings. Julia zeigt ihren Ex an, aber bereits einen Tag später wird dieser ermordet aufgefunden. Sie gerät selbst unter Mordverdacht und glaubt bereits den Verstand zu verlieren, weil sich immer noch unerklärliche Dinge zutragen und sie sich nach wie vor verfolgt und beobachtet fühlt. Schließlich kommt es zu einem weiteren Mord in ihrem Umfeld. Bildet sie sich all diese Phänomene nur ein oder passieren sie wirklich? Sie sucht deswegen professionelle Hilfe, dabei kommen verdrängte Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend ans Tageslicht. Aber ist sie deswegen eine Mörderin?

Die Oldenburger Ermittler Paul Schweigert und Lisbeth Eicken stellen jedenfalls bald fest, dass noch viel mehr dahinter steckt …

Keine Ahnung, warum der Autor seine Bücher als „Nordsee-Krimi“ deklariert, wenn sich die Handlung zu 100% in und um Oldenburg abspielt. Ursprünglich war diese Buchreihe als „Oldenburg-Krimi“ gekennzeichnet. Was ist also passiert? Lassen sie sich unter dem Nordsee-Schlagwort besser vermarkten? Aber darauf gibt es sicher keine Antwort.

Wie bereits schon der erste Band des „Nordsee-Krimis“ ist auch Wahre Lügen nach dem gleichem Schema gestrickt: Ein geradliniger Aufbau der Geschichte, permanente Beschreibung und Wiederholung von unnötigen Nebensächlichkeiten (die privaten Probleme der beiden Ermittler stehen proportional gesehen viel zu sehr im Vordergrund). Alles wird vermengt mit küchenpsychologischen Erkenntnissen, wie man sie aus den einschlägig bekannten Zeitschriften aus Patientenwartezimmern zur Genüge kennt. Schließlich tappen die beiden (eigentlich nicht unsympathischen!) Ermittler bis zum vorletzten Kapitel im Dunkeln, um dann plötzlich zum Finale mit einer platt herbeigeführten Lösung konfrontiert zu werden. Nun – das ist alles nicht sehr originell. Leider sind dann aber auch noch relativ viele Fehler im Text, die störend wirken und mich bis zum Ende des Buches genervt haben. Während der Lektüre dieses zweiten Bandes habe ich mir jedenfalls bereits als Leser darüber Gedanken gemacht, welches Thema der Autor im dritten Band in den Vordergrund stellen könnte. Ich bin zu folgender Erkenntnis gelangt:

Paul Schweigerts Ehefrau Wibke ist eine ausgesprochen zickige Person. Ihr Getue nervt mit absoluter Sicherheit sehr viele Leser. Permanent jammert und meckert sie an ihm herum, weil sich ihr Ehegatte herausnimmt, des Öfteren erst spät nach Hause zu kommen, da er ja als Kriminalbeamter in erster Linie Mordfälle aufzuklären hat. Das geht schließlich soweit, dass sie abends um 20 Uhr, als er kurz vorher eintraf, ihn beleidigt anschnauzt, dass sein Essen im Kühlschrank stehe, er könne es sich ja selbst warm machen. Als er kurz darauf sein Essen aus der Mikrowelle holt, ist Wibke bereits aus dem Wohnzimmer verschwunden und er darf ganz alleine essen. Kurz darauf stellt er sogar fest, dass seine Bettsachen, fein säuberlich zusammengefaltet, vor der Schlafzimmertür liegen, er also auf dem Sofa schlafen muss. Zwar denkt er noch darüber nach, ob es nicht sinnvoller wäre, gleich in ein Hotelzimmer zu ziehen, dann aber setzt er seinen Gedanken nicht in die Tat um. Deshalb möchte ich folgenden Vorschlag unterbreiten:

Wie wäre es, wenn Paul Schweigert im nächsten Band seine unausstehliche Ehefrau Wibke einfach im Affekt umbringen würde? Lisbeth und Paul müssen doch ohnehin einen neuen Fall lösen. Solch eine Straftat (quasi aus Notwehr) würde jedenfalls das übliche Schema sprengen. Ich freue mich schon – so oder so – auf den 3. Fall, in dem der Leser wieder bis zum Schluss rätseln darf, wer der Mörder sein könnte.

(per)

Stumme Wasser: Küsten-Krimi von Anja Behn

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WERBUNG: Seiten: 176 – Verlag: Emons – Preis: 8,49

Anja Behn, geboren 1972 in Rostock, studierte Bauingenieurwesen und arbeitet in einer Rostocker Baufirma. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in Mecklenburg. Vor kurzer Zeit hat sie ihr Kriminalromandebüt abgeliefert und damit sofort einen Volltreffer gelandet.

Stumme Wasser beginnt mit einem dramatischen Prolog. Ein junger Mann wartet im Schutz von Dunkelheit und dichten Nebels an einem Strand auf seine Geliebte, mit der er gemeinsam aus der DDR fliehen will. Aber sie erscheint nicht. Das ist ein sehr stark aufgeladenes hochemotionales Motiv. Seine Befürchtungen und Ängste beschreibt die Autorin so authentisch, das diese Emotionen sofort auf den Leser überspringen. Die Furcht vor Verrat, die Angst von einem der Suchscheinwerfer der Grenzsoldaten entdeckt zu werden, die geheim gehaltene monatelange Planung, die Hoffnung auf Freiheit und schließlich die Enttäuschung. Mit jedem Satz zieht die Autorin ihre Leser tiefer in die Handlung hinein. Ich habe von der ersten Seite an mit gefiebert und mit gebangt, obwohl noch gar nicht klar war, welche Figuren da mit einem Schlauchboot über die Ostsee flüchten wollen. Und obwohl die Geschichte des Prologs einen offenen Ausgang zeigt, versteht es die Autorin mit sehr dichten, bildhaften Stimmungsbeschreibungen eine außerordentliche Spannung aufzubauen, die sich durch alle weiteren Kapitel hinzieht – und bis zur Auflösung anhält.

Der Prolog ist eine Rückblende, das wird schnell klar. Die Handlung spielt in unserer Gegenwart. Der anerkannte Kunsthistoriker Richard Gruben erhält von seinem alten Mentor Friedrich Semmering kurz vor Weihnachten eine Einladung. Richard soll ihn in dem Fischerdorf Fahrenende besuchen. Friedrich macht nur eine vage Andeutung, er würde seine fachliche Meinung bei der Beurteilung eines Bildes dringend benötigen. Der Kunsthistoriker folgt Friedrichs Einladung, doch als er in Fahrenende ankommt, findet er seinen ehemaligen Mentor ermordet in seinem Atelier vor. Er liegt erschlagen auf dem Fußboden seines Atelierhauses, alles wurde durchsucht und verwüstet. Bald darauf sucht Richard nach dem Bild, das er begutachten sollte, aber von dem geheimnisvollen Gemälde fehlt jede Spur. Auch Johanna, die Enkelin des Mordopfers, weiß nichts von einem Gemälde. Gemeinsam mit Johanna begibt sich Richard auf die Suche nach dem Bild. Sie hoffen darauf, so das Mordmotiv und damit auch Friedrichs Mörder zu finden. Während sich ein heftiger Schneesturm über dem Fischerdorf zusammenbraut, kommt Richard einem alten Geheimnis auf die Spur. Es verdichten sich die Hinweise, dass Friedrich in einen Fälschungsskandal verwickelt sein könnte. Richard wird das Gefühl nicht los, dass das halbe Dorf darin involviert ist. „Jeder glaubt, von dem anderen alles zu wissen. Doch eigentlich bleibt man sich ein Leben lang fremd.“ So lautet einer der Schlüsselsätze dieses Krimis. Richard will natürlich erfahren, warum Friedrich sterben musste. Aber die mecklenburgische Dorfgemeinschaft zeigt sich ihm – dem Fremden – gegenüber, alles andere als aufgeschlossen. Im Gegenteil. Die Bewohner weichen ihm aus, lügen oder machen nur vage Andeutungen. Es herrschen überall finanzielle Probleme, da ein geplantes Hafenprojekt, um damit den Tourismus anzukurbeln, nicht umgesetzt wird. Eine kleine Privatwerft steht kurz vor dem Bankrott. Auch Michael, Johannas Bruder, scheint Geldprobleme zu haben und gehört damit auch zum Kreis der Tatverdächtigen. Irgendwie sind alle miteinander verwandt oder stecken unter einer Decke.

Der Handlungsverlauf ist logisch aufgebaut und wird von Kapitel zu Kapitel komplexer, da sich alle Informationen über die Dorfbewohner und ihre Beziehungen zueinander immer mehr verdichten. Es tauchen mögliche Tatmotive auf, die man als Leser aber nicht unbedingt einer einzelnen Figur zuordnen kann. Das alles ist sehr mysteriös – und so bleibt das Rätsel um den Mord und das Familiengeheimnis bis zum Schluss nicht vorhersehbar.

Zum Schreiben habe sie 7 Monate gebraucht, berichtete die Autorin in einem Interview, wobei sie nicht jedes Kapitel bereits fertig ausgearbeitet im Kopf hatte. Manchmal sei sie über eine Wendung, die die Geschichte genommen habe, selbst überrascht gewesen, oder einige Figuren hätten am Ende viel mehr Platz bekommen, als ihnen am Anfang angedacht war. Diese komplizierte Schreibmetode hat diesem Krimi allerdings eine einzigartige lebensnahe Atmosphäre verliehen.

Stumme Wasser ist ein fesselndes und extrem spannendes Buch. Ein sehr empfehlenswerter Regionalkrimi mit garantiert anhaltendem Frösteleffekt, schönen und nachvollziehbaren Stimmungsbildern und einer intelligent durchdachten Handlung, die eine seltsame Anziehungskraft auf mich ausübte.

Sie werden sich als Leser dieser faszinierenden Wirkung nicht entziehen können.

(per)

Stieg Larsson lebt! Entfremdung I: (Die Legende lebt 3) von Didier Desmerveilles

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WERBUNG: Seiten: 155 – Verlag: DIEBMA – Preis: 3,80 Euro

Didier Desmerveilles, früher am Genfer See zu Hause, jetzt in aller Welt, sieht sich selbst als „Konrad Kujau der deutschen Unterhaltungs­literatur“. Er ist mehrsprachiger Globetrotter, „Final Destination“-Lyriker und bekennender Independent-Autor. Desmerveilles hat sich aber auch als Romancier und Journalist einen Namen gemacht. Er verneigte sich mit Heinz Erhardt lebt! und Enid Blyton lebt! bereits vor zwei seiner literarischen Vorbilder. Mit dieser 2-teiligen Stieg-Larsson-Hommage setzt er nun diese Reihe fort.

Selten bin ich mit solch hoher Erwartungshaltung an ein Buch herangegangen, wie in diesem Fall, wussten doch die beiden Vorgängerbände in nahezu allen Belangen zu überzeugen. Allerdings eine Hommage an Stieg Larsson zu kreieren, das kam mir dann doch ziemlich gewagt vor…

Dies waren jedenfalls meine leisen Bedenken, als ich den Klappentext von Entfremdung I las. Immerhin leben alle Figuren in Stieg Larsson-Romanen hauptsächlich von ihren faszinierenden Charakteren. Eine unangepasste Protagonistin wie Lisbeth Salander und einen in seiner Klarheit und Akribie kaum zu übertreffenden Mikael Blomqvist; diese beiden exzentrischen Figuren wird man als Leser im breitflächig aufgestellten Angebot der aktuellen Kriminalliteratur kaum ein zweites Mal entdecken können, dabei genießen gerade diese beiden Romanfiguren trotz ihrer manchmal widersprüchlichen Eigenschaften die volle Sympathie der Leser. Und überhaupt, wer nach intelligenten und zugleich sozialkritischen Krimis sucht, wird ohnehin nur noch selten fündig. Nur ein Dilettant würde es also wagen, diese beiden markanten Charaktere zu kopieren.

Die Lektüre von Entfremdung I versprach also im wahrsten Sinne des Wortes doppelt spannend zu werden.

Jedem Leser sei dennoch vorab ein Rückblick auf die Entstehungsgeschichte dieses Buches empfohlen, die Didier Desmerveilles seinem Werk selbst vorangestellt hat:

Im Mai 1998 äußerte Stieg Larsson seinem Kollegen Henrik Kristiansson gegenüber die Idee für ein Buch, in dem er ein traumatisches Erlebnis aus seiner Jugend verarbeiten wollte. Die beiden Journalisten saßen in Stockholm bei einem Bier zusammen und spannen gemeinsam die Fäden für einen komplexen 2-teiligen Roman, dessen Kern das von Larsson selbst erlebte Verbrechen bilden sollte. 2004 verstarb Larsson, ohne dass aus der Idee für den Roman mehr geworden wäre. Auch Aufzeichnungen gab es keine.

Auf einer Germanisten-Fachtagung im italienischen Bozen 2013 traf Kristiansson im Anschluss an eine Autorenlesung den in deutscher Sprache schreibenden Westschweizer Independent-Autor Didier Desmerveilles, der ihm von seiner Hommage-Reihe »Die Legende lebt« erzählte, die sich damals noch im Planungsstadium befand. Desmerveilles zeigte sich von der Plot-Idee zu »Die Pyramide, die in sich zusammenfiel« sofort angetan und versprach ein Exposee zu verfassen, das er Kristiansson im Dezember 2013 vorlegte.

Im Frühjahr 2016 war der erste Teil des Romans nach mehreren umfangreichen Korrekturdurchgängen druckfertig. Mit Blick auf die komplizierte Rechtelage und die Streitigkeiten um den Nachlass von Stieg Larsson verzichtete Kristiansson darauf, sich mit seinem Projekt an Eva Gabrielsson oder den schwedischen Norstedts-Verlag, den Inhaber der internationalen Rechte am Werk Stieg Larssons, zu wenden, um es stattdessen als Indie-Produktion zunächst als E-Book zu vertreiben. Selbstverständlich wird Stieg Larsson auch nicht als Autor geführt. Auf Werbe- und Marketingmaßnahmen verzichteten Desmerveilles und Kristiansson, ebenso auf die Präsenz in sozialen Netzwerken. Das Buch sollte sich ausschließlich aufgrund seiner Handlung durchsetzen. »Auf diese Weise ehren wir das Andenken Stieg Larssons, der als überzeugter Sozialist kein Interesse an einer Kommerzialisierung und an globalen Vermarktungsstrategien hatte«, so Kristiansson. »Er wollte bloß Geschichten erzählen.« Kristiansson möchte auch selbst nicht mit dem Werk in Verbindung gebracht werden und verzichtete auf sämtliche Copyright-Ansprüche.

Der Autor hat die Handlung des Romans nicht in Schweden, sondern in Schleswig-Holstein angesiedelt. Er legt in seiner Larsson-Hommage den Schwerpunkt darauf, den Geist der Romane des schwedischen Erzählers einzufangen und die atmosphärische Dichte, die sein Werk auszeichnet, in einer völlig neuen Geschichte aufleben zu lassen.

Worum geht es in Entfremdung I: Ein Mann mit einem düsteren Geheimnis, eine unberechenbare Frau und ein lange zurückliegendes Verbrechen, das Schritt für Schritt ans Licht kommt – das sind die gut ausgewählten Zutaten dieses packenden Krimis… Klingt nach Stieg Larsson, ist aber nicht von ihm, beweist aber gleichwohl: Die Legende lebt!

Tim Rasmussen lebt zurückgezogen mit seinem Hund auf einem abgelegenen Anwesen am Rande des Nord-Ostsee-Kanals. Während eines seiner Streifzüge durch die nähere Umgebung kehrt sein Hund aus einem Waldstück mit einem ausgegrabenen Knochen im Maul zurück. Schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen menschlichen Knochen handelt. Bei der Suche nach der Fundstelle im Wald, stößt Tim auf weitere Teile einer skelettierten Hand. Er entdeckt auch einen verrotteten Schmuckanhänger, auf dessen Rückseite sich eine Gravur mit der Inschrift »Regina« befindet. Tim meldet diesen unheimlichen Fund jedoch nicht der Polizei, sondern versucht auf eigene Faust herauszufinden, was sich vor vielen Jahren an dieser Stelle zugetragen haben könnte. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf den rätselhaften Fall der Abiturientin Regina Wilhelmsen, die 1987 unter mysteriösen Umständen verschwand. Bei seinen weiteren Recherchen lernt er die Schwester der Vermissten Charlotte Wilhelmsen kennen. Er und Charlotte entdecken bald darauf eine starke Zuneigung füreinander. Als sich in Reginas altem Tagebuch ein jahrelang übersehener Hinweis findet, dringt ein erster Lichtschimmer in die Dunkelheit dieses Falles. Doch da geschieht ein weiterer Mord. Tim wird jetzt klar, dass er dem Täter dichter auf den Fersen ist, als ihm lieb sein kann. In die Enge getrieben, setzt der geheimnisvolle Unbekannte bereits zu einem tödlichen Gegenangriff an.

Die Handlung ist spannend, allerdings geraten die beiden Protagonisten Tim und Charlotte zu oft in sinnsuchende, pseudophilosophische Dispute und Betrachtungen, die dann den Handlungsverlauf völlig unnötig für einige Seiten lahmlegen. Wer sich obendrein stilistische Stromschläge in Stieg Larsson-Manier erhofft, wird vermutlich bald enttäuscht aufgeben. Didier Desmerveilles war sich diesem schwierigen Unterfangen wohl von Anfang an bewusst. Er hat gar nicht erst versucht nachzubilden, sondern ein völlig autarkes Werk, und darüber hinaus, gänzlich andere Figuren geschaffen. Aber dennoch blieb in mir ein gewisser Rest an Skepsis bestehen. Denn wer sich dieser reißerischen Aufgabe stellt, im Stil eines Vorbildes zu schreiben, der muss sich immer auch am Original messen lassen. Entfremdung I braucht sich jedenfalls nicht zu verstecken. Der Krimi ist eine erfrischende Mixtur aus stimmungsvoller Kulisse und einem gut ausgewählten Figurenensemble. Auch die Story ist jenseits des üblichen Mainstreams angesiedelt. Mit großer Spannung erwarte ich die Auflösung des rätselhaften Falles im zweiten Teil.

(per)

Ostfriesenfeuer: Der achte Fall für Ann Kathrin Klaasen von Klaus-Peter Wolf

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WERBUNG: Seiten: 528 – Verlag: FISCHER E-Books – Preis: 9,99 Euro

„Der real existierende Maurer Peter Grendel lud mich zum Osterfeuer ein. Als ich dort stand und mit den Ostfriesen feierte, dachte ich: Da legst du eine Leiche rein, Klaus-Peter. Zu gern nutze ich die Idylle, um ein schreckliches Verbrechen geschehen zu lassen. Ich nutze den Humor als Fallhöhe für den Grusel und umgekehrt.“ (Klaus-Peter Wolf)

Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller haben sich im Ostfriesischen Teemuseum in Norden das Ja-Wort gegeben und feiern dies nun gemeinsam mit Freunden und Kollegen am Osterfeuer in Norddeich. Dem feucht fröhlichen Abend folgt am nächsten Morgen ein grausiges Erwachen. Als sie gerade in die Flitterwochen aufbrechen wollen, erreicht sie ein Anruf. Rupert, ein junger und unkonventioneller Polizist aus Aurich, der die Nacht am Strand verbracht hat, entdeckt in der restlichen Glut des niedergebrannten Osterfeuers etwas, das ihm die Haare zu Berge stehen lässt. Aus den verkohlten Resten ragen menschliche Knochenteile hervor. Aus den Flitterwochen wird erst mal nichts. Immerhin wird die Leiche schnell identifiziert und die fieberhafte Suche nach dem Täter und dem Motiv beginnt. Als eine weitere Leiche auf einem Spielplatz auf Norderney gefunden wird, ahnt Ann Kathrin Klaasen bereits, dass dieser Mörder nicht einfach nur tötet. Er inszeniert seine Taten regelrecht und will die Welt daran teilhaben lassen. Aber noch ahnt sie nicht, dass ihr 8. Fall auch ihr persönlichster wird.

So sehr ich mich auf den Krimi von Klaus-Peter Wolf gefreut habe, so enttäuscht war ich über dieses Buch. Ich habe bisher zwei Bände dieser Reihe gelesen und finde Ostfriesenfeuer im Vergleich zu den vorherigen Büchern einfach nicht besonders gelungen. Als Krimi ist mir die Story viel zu oberflächlich, manchmal sogar albern und wenig glaubwürdig. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Autor dieses Buch ziemlich lustlos heruntergeschrieben hat. Anfangs glaubte ich noch an einen spannenden Regionalkrimi, aber bald schon glitt das Ganze ab in eine Krimi-Farce. Wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen wirken die Ermittler, unmotiviert laufen sie durch die Gegend ohne wirklich etwas zu erreichen. Eigenmächtige Entscheidungen werden ohne Absprachen mit den Ermittlern getroffen, Fehleinschätzungen bis hin größenwahnsinnigen Handlungen sind an der Tagesordnung. Die Beamten machen sich fortwährend lächerlich, treten sich gegenseitig auf die Füße oder übersehen Naheliegendes. Wie eine Dampfwalze rollt die Kommissarin durch die Story. Wer im Weg steht, wird gnadenlos plattgemacht. Dadurch wirkt Ostfriesenfeuer in großen Teilen wie eine alberne Krimi-Klamotte. Ob das Absicht war oder doch nur Zufall? Darauf finde ich keine plausible Antwort. Trotzdem herrscht einstimmiger Konsense darüber, „Deutschlands erfolgreichster Regionalkrimischreiber“ konstruiert seine Geschichten so präzise und wirklichkeitsnah, dass man bei allen seinen Büchern Lust auf Urlaub an der Nordseeküste bekommt. Auch wenn diese exakten und detailreichen Beschreibungen der Orte längst zu seinem Markenzeichen geworden sind, gibt es nebenher noch so einige Nebenhandlungen, die uns die Menschen und Landschaft näher bringen sollen. Nicht nur Ostfriesland und Norderney spielen eine große Rolle, es geht diesmal auch nach Mallorca und ins Ruhrgebiet. Der Leser wird richtig mitgerissen. Natürlich bangt man mit den Protagonisten und leidet mit den Charakteren. In Ostfriesenfeuer sind ziemlich viele Figuren in den kniffligen Fall verwickelt, was sich aber zum Ende hin einigermaßen plausibel auflöst. Auch die verschiedenen Handlungsstränge passen gut zusammen, allerdings ist der Plot nicht unbedingt sehr originell, aber immerhin klug ausgedacht. „Wolf gilt als akribischer Rechercheur, der die Details seiner Geschichten mit hoher Präzision schildert“, stellten die Ostfriesischen Nachrichten am 16.2.2013 fest. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich finde dennoch, das ist Geschmacksache. Elk een noh sien Möög. Laat man loopen!

(per)

Mörderischer Kaufrausch: (Kommissar Guntram Krimi-Reihe 1) Ostfrieslandkrimi von Moa Graven

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WERBUNG: Seiten: 133 – Verlag: cri.ki-Verlag – Preis: 2,99 Euro

Der Mord an einem Teenager in einem Einkaufszentrum von Leer führt viele Menschen mit großen Problemen zusammen, über die sie entweder nicht sprechen können oder auch nicht wollen. Das Thema selbst hätte das Zeug zu einem richtig großen Sozialdrama, aber es ist doch nur ein relativ harmloser Kleinstadtkrimi draus geworden. Das Erstlingswerk einer schreibwütigen Autorin, wie mir scheint.

Zum Inhalt: Kommissar Guntram ist mit seiner Ehefrau beim Mitternachtsshopping, als in einer der Umkleidekabinen des Ladens, in dem sich die beiden gerade zufällig befinden, die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt wird. Die Ermittlungen (auch die Suche nach dem Motiv des Mörders) gestalten sich zunächst schwierig. Man durchlebt als Leser die Sorgen der kleinen Einzelhändler genauso mit, wie auch das Privatleben des Kommissars. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen Regionalkrimiautorinnen, die ganz Ostfriesland in eine flächendeckende Krimilandschaft zupflastern – und dabei jedes – ich betone jedes Klischee bedienen, versucht diese Autorin mehr oder weniger unverbrauchte Charaktere in die Handlung einzuführen, die dem echten Leben relativ nah sind. Ein in die Jahre gekommener Kommissar, der nur noch aus Bequemlichkeit oder Routine mit seiner Ehefrau zusammenlebt, einige Teenager, die sich über Marken-Klamotten oder Smartphones definieren – und für die Shoppen die einzige befriedigende Freizeitbeschäftigung zu sein scheint, – eine vereinsamte alkoholkranke Frau, die bereits aufgegeben hat, und die Geschäftsleute, die in der Kleinstadt Leer um ihre Existenzgrundlage ringen, alle sie sind nur einige Figuren, denen wir in diesem Krimi begegnen.

Dennoch, die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Kommissar Guntram und seiner Mitarbeiterin hätte eigentlich nicht sein müssen. Schon wieder ein Kommissar, dessen Eheleben kriselt. Ich kenne bestimmt schon zwanzig von dieser Sorte aus anderen Regionalkrimis. Was mich aber strukturell am Aufbau des Buches stört, ist die fehlende Einteilung in Kapitel oder zumindest in deutlich unterscheidbare Abschnitte. An einigen Stellen wechselt ein Schauplatz zum nächsten nahezu nahtlos. Die Autorin hat diese bereits an anderer Stelle geäußerte Kritik mit dem Hinweis auf ihr Erstlingswerk kommentiert. Dass mag zwar als Erklärung dienen, ist aber ihren Lesern gegenüber ziemlich flapsig.

Aber das sind leider nicht die einzigen Schwachstellen dieses Buches. Fehler finden sich fast auf jeder Seite – ob nun Namen immer wieder anders geschrieben werden oder einfach nur Satzzeichen fehlen, bzw. falsch gesetzt wurden, darüber lässt sich vielleicht noch streiten. Aber dass es im Buch an Space-Fehlern nur so wimmelt, das finde ich absolut indiskutabel. Ich möchte der Autorin dringend empfehlen, dieses Buch einem versierten Lektorat und Korrektorat anzuvertrauen, dann würden sicher auch noch die vielen anderen sprachlichen Schwächen beseitigt. Eine Neuüberarbeitung würde sich unbedingt lohnen, vor allem auch deshalb, weil man sich als Autorin ja einen guten Namen machen möchte. Erstleser, die ein nichtlektoriertes und nichtkorrigiertes Buch lesen, pfeifen auf den Hinweis, dass es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt. Sie werden wohl eher auf den Kauf zukünftiger Werke der Autorin verzichten.

Obwohl die hier aufgeführten Schwachstellen meine eigene Leselust schmälerten, habe ich dieses Buch dennoch als sehr interessante Lektüre empfunden.

Ich denke, Moa Graven hat versucht, sich mit diesem Buch in das Krimigenre einzuarbeiten – und ich bin gespannt, was da noch kommen wird. Ich wünsche der Autorin jedenfalls viel Erfolg.

(per)

Mord in Greetsiel: Ostfrieslandkrimi von Susanne Ptak

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WERBUNG: Seiten: 151 – Verlag: Klarant – Preis: 3,99 Euro

Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet in dem kleinen und beschaulichen Nordseebad Greetsiel geschieht ein Mord nach dem anderen: Erst muss eine Journalistin dran glauben, die einer heißen Story auf der Spur war, dann folgen gleich mehrere Pharmavertreter, denen nach ihrem Ableben auch noch obendrein die Pulsadern aufgeschnitten werden.

Dem Leser wird jedenfalls sofort klar, hier muss ganz offensichtlich jemand einen heiligen Zorn auf männliche Pharmareferenten haben. Solche brutalen Gewaltverbrechen wollen irgendwie nicht ganz in die touristische Gegend passen, wo normalerweise ganz harmlos Urlaub an der Nordsee gemacht wird. Nun aber treibt plötzlich ein böser Serienmörder sein Unwesen in Ostfriesland. Und damit ist es vorerst auch vorbei mit der friedlichen ostfriesischen Idylle. Den Nordseetouristen vergeht jedenfalls sehr bald die ungetrübte Freude am Teetrinken – und Greetsiel hat auf einmal ein Imageproblem. Auch die einheimischen Kriminalbeamten geraten schnell an die Grenzen ihrer analytischen Fähigkeiten, doch dann tritt plötzlich die pensionierte und sehr resolute Rechtsmedizinerin Josephine mit ihren unorthodoxen Ermittlungsmethoden in Erscheinung und ermittelt auf eigene Faust. Josefine entdeckt immer mehr Parallelen zu ihrem letzten Fall in Düsseldorf, und tatsächlich gibt es mehr als nur eine zufällige Übereinstimmung. Natürlich missfällt dies dem fiesen Mörder – und zwar so sehr, dass er es nun auch auf die resolute Rentnerin Josephine nebst Enkelin Jessica abgesehen hat. Je näher Josephine und Jessica dem Täter auf die Schliche kommen, desto gefährlicher wird es für die beiden taffen Düsseldorferinnen in Greetsiel …

Der Ostfriesenkrimi Mord in Greetsiel ist überaus unterhaltsam von Anfang bis zum Ende. Einmal angefangen, legt man ihn als Leser nicht mehr gern aus der Hand. Als Roman hätte der Krimi allerdings etwas länger ausfallen können, die 150 Seiten lesen sich wahnsinnig schnell weg. Das Buch eignet sich besonders als Urlaubslektüre zum Entspannen im Strandkorb und ist deshalb besonders Nordseeurlaubern, Krimi-Erstlesern oder Teenagern zu empfehlen. Susanne Ptak überzeugt sowohl durch ihren charmanten Schreibstil, durch ihre subtile Einfälle als auch durch Spannungsaufbau. Der Autorin ist es rundum gelungen, eine humorvolle Kriminalgeschichte zu schreiben. Als Viel-Leser musste ich in den letzten Jahren feststellen, dass die Maxime – je brutaler der Inhalt, desto erfolgreicher das Buch – immer deutlicher den Krimibuchmarkt bestimmte. Wenn man aber einen nicht so blutrünstigen Krimi lesen möchte, sondern es lieber etwas entspannter angehen – und sich angenehm von einer einfach gestrickten Geschichte überraschen lassen möchte, – dann ist dieses Buch auf alle Fälle eine gute Wahl.

Fazit: Ein recht netter Krimi, aber kein Roman, der mir besonders lang in Erinnerung bleiben wird. Trotzdem: Daumen hoch für Susanne Ptak. Eine klare Leseempfehlung!

(per)

Kokon: Thriller von Noah Fitz

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WERBUNG: Seiten: 283 – Verlag: Kindle Edition – Preis: 2,99

„Nicht jedes Buch ist seinem Klappentext gewachsen.“ (Peter Schifferli)

Wie wichtig ein wirkungsvoll konzipierter und klug durchdachter Klappentext für den Verkaufserfolg eines Buches sein kann, dafür liefert dieser Thriller ein ausgezeichnetes Beispiel. In dem Kurztext wird dem Leser nicht zu viel versprochen, dafür umso mehr vielversprechendes angedeutet. Da bringt ein unbekannter Wahnsinniger junge Frauen um und verstümmelt seine Opfer. An den Tatorten hinterlegt er tote Schmetterlinge oder Mäuse. Natürlich gibt es bei seinen Ritualmorden keinerlei Zeugen, niemand sieht ihn – niemand bis auf einen kleinen Jungen…

Diese Ankündigung erzeugt bei Liebhabern dieses Genres fast schon automatisch eine erhoffte Gänsehaut, und dieser Effekt löst vermutlich auch den bekannten Kaufimpuls aus. So auch bei mir. Aber ich gehöre leider zu denen, die diesen Kauf bereut haben. Dabei hätte ich es vorher ahnen können, denn einige Rezensenten waren der Meinung, dass das Buch schlecht geschrieben wäre. Diese Meinung teile ich allerdings nicht uneingeschränkt oder vorbehaltlos. Ich finde, es liest sich stellenweise sogar sehr gut und verfügt auch über genügend Spannungspotential. Wenn da nicht …

… Ich versuche mal die unübersichtliche Lage zu sondieren.

Selbstverständlich wird Kommissar Mike Wedekind auch Zeuge einer bestialischen Inszenierung und macht sich an die Lösung des Falls. Dabei sinkt er immer tiefer in die Abgründe seiner eigenen Vergangenheit – aber genau an dieser Stelle begeht der Autor einen ersten ganz gravierenden Fehler. Er installiert mit Wedekind einen durch die Bank weg unsympathischen Ermittler.

Ich habe von Noah Fitz Wladimir Romanow gelesen – und dieses Buch war wirklich außergewöhnlich gut geschrieben. Kokon dagegen ist kein durchgängig gelungenes Werk. Wie oft haben wir uns schon über Thriller geärgert, in denen ein Kommissar alle gängigen Klischees bedient: Er steht selbst im Fadenkreuz des Mörders und stolpert so unweigerlich in eine Mordserie hinein, in die er irgendwie persönlich involviert ist. Natürlich hat er dann auch noch Eheprobleme, lebt von seiner Frau und seinem Sohn getrennt, unweigerlich hat er auch ein Alkoholproblem und leidet ständig unter den Nachwirkungen seines exzessiven Lebensstils. Dass macht ihn wiederum aggressiv. Kommissar Wedekind hat sich und sein Leben einfach nicht im Griff. Solche Typen mögen viele Leser nicht. Der Kommissar ist schlichtweg ein Arschloch und obendrein ein Loser. Alle diese Eigenschaften werden allgemeinhin als reichlich abgedroschen empfunden.

Aber das ist leider nicht das einzige Problem dieses Buches. Sehr viele orthografische Fehler fallen auf. – Warum prüft das niemand? – Ganz zu schweigen von den recht häufigen grammatikalischen Schwächen, die jedem professionellen Lektor sofort ins Auge springen würden. Zu allem Überfluss stellen sich dann auch noch einige Probleme mit logischen Zusammenhängen ein. Die Handlung wirkt mitunter abstrus konstruiert, sodass dem Leser keine Möglichkeit geboten wird, selbst auf die Fährte zu kommen, die zur Lösung des Falles hinführt. Der Versuch des Autors einige Textpassagen abwechslungsreich zu gestalten, führt zu seltsamen und teilweise sogar völlig unpassenden Konstruktionen. Noah Fitz treibt seine Wortkunst an diesen Stellen auf die Spitze und beschenkt uns mit kitschigen Stilblüten, wie diese: „Tränen zerschellen auf dem Boden“- oder noch kitschiger: „heiße Tränen verbrühen die Wangen“. Da ist es schon erheiternd, wenn er einen Pino Grigio als Rotwein bezeichnet. Diesen Unsinn hätte ein gutes Lektorat verhindert.

Und dennoch schafft es Noah Fitz, den Leser an sein Buch zu fesseln. Der Plot verfügt, trotz aller Fehler und Schwächen, über eine stabile Spannungskurve, die es dem Leser allerdings nicht leicht macht an der Geschichte dran zu bleiben. Je länger man liest, umso verzweifelter versucht man herauszufinden, was passieren wird – und so fiebert man bei jeder Seite weiterhin mit und lässt sich von der angedeuteten Spannung bis zum Ende des Buches tragen.

Das Ende, ach ja, das Ende. Es ist vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Wie aus dem Nichts taucht da dieser Wahnsinnige auf, der sich wegen einer uralten Geschichte rächen muss, was in sich auch schon wieder vollkommen unlogisch ist. Der Täter wird plump in die Geschichte eingebaut, ohne dass wir etwas über sein Vorleben wissen. Auch die Motive für seine Mordtaten wirken konstruiert und unglaubwürdig. Der wahnsinnige Mörder meldet sich irgendwann beim Kommissar. Es kommt schließlich zu einem lächerlichen Showdown.

Dieser Thriller hat einen sehr wirkungsvoll abgefassten Klappentext. Mehr ist darüber nicht zu sagen, leider. Die Mehrheit der souveränen Leserschar scheint an diesem Buch immerhin großen Gefallen zu finden. Erfolgreich ist eben, was sich gut verkaufen lässt – und das ist auch gut so. Wer auf Thrillerkost der einfachsten Art spezialisiert ist, wird sicher mit diesem Werk bestens bedient. Die Geschmäcker sind nun mal verschieden.

(per)

Granat für Greetsiel: Ostfriesland-Krimi (Jan de Fries 1) von Dirk Trost

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WERBUNG: Seiten: 433 – Verlag: Edition M – Preis: 2,49 Euro

„Ich wollte schon immer ein Buch schreiben“, sagte Dirk Trost in einem Interview. Doch erst vor wenigen Jahren hat sich der 1957 in Duisburg geborene Autor an sein erstes Werk herangewagt. Bis dahin arbeitete er als Chef einer Weddinger Seniorenresidenz in Berlin. Dass sein Debütroman einschlagen würde wie eine Bombe, damit hatte er jedenfalls nicht gerechnet. Seinen Krimierstling wollte dennoch kein Buchverlag haben. Doch dann erfuhr er von der Plattform Direct Publishing des Internetbuchhändlers Amazon und stellte seinen Text dort online als E-Book ein. Granat für Greetsiel wurde im Februar 2014 erstveröffentlicht. Innerhalb von nur drei Wochen wurde es 10 000 Mal heruntergeladen und stürmte damit in die Top 100 der Verkaufscharts. Die Leser waren mehrheitlich begeistert und hinterließen lobende Kommentare. Das Buch hat seitdem ein gründlicheres Korrektorat- und Lektorat durchlaufen. Einige der bis dahin gerechtfertigten Kritikpunkte, die u.a. in den Amazon-Bewertungen zu lesen sind, gelten daher heute als überholt und sind nicht mehr relevant.

Die Geschichte spielt, wie es der Titel bereits verrät, in Greetsiel, einem Ortsteil der Gemeinde Krummhörn im westlichen Ostfriesland. Von hieraus agiert die Hauptfigur des Romans Jan de Fries, ein ehemaliger Strafverteidiger, der sich nach Burnout und gescheiterter Ehe zurückgezogen hat und an der Nordsee lebt, wo er sich ein kleines Kapitänshaus gekauft hat. Als Jan de Fries mit seinen Freunden Uz und Onno zum Krabbenfischen auf die Nordsee hinausfährt, ahnt keiner, dass sie nur wenige Stunden später eine tote Frau aus dem Meer ziehen werden. Schnell wird Jan klar, dass die Tote nicht an einer normalen Todesursache gestorben sein kann, aber für die zuständigen Kriminalbeamten Hahn und Mackensen steht von Anfang an fest, dass die junge Frau bei einem Segelunfall ums Leben gekommen ist. Sie legen den Fall voreilig zu den Akten. Jan und die Schwester der Toten, Eva Ehrlich, hingegen sind inzwischen davon überzeugt, dass es sich um Mord handelt, zumal die Tote Sprecherin eines Biofood-Unternehmens war, dem ein zweifelhaftes Image anhängt. Evas dringende Bitte, die Todesumstände ihrer Schwester aufzuklären, lehnt Jan zunächst ab. Aber ihr weiblicher Charme und das Auftauchen einer zweiten Wasserleiche, diesmal im Hafen von Norddeich, bewegen ihn dann doch dazu, dem Drängen der Verzweifelten nachzukommen. Zumal der zweite, unbekannte Tote nicht in der Nordsee ertrunken, sondern auf besonders bestialische und heimtückische Art umgebracht wurde. Für meinen Geschmack hat bei der Beschreibung des Mordopfers der Autor etwas zu dick aufgetragen, denn der arme Mann wurde sprichwörtlich „übertötet“. Das wirkt etwas unglaubwürdig und übertrieben. Weniger ist eben manchmal mehr, auch bei Krimis…

Anfangs war ich zugegebenermaßen sowieso etwas skeptisch. Die Frage drängte sich fast automatisch auf: Wie jetzt? Noch ein Ostfrieslandkrimi? Aber schon nach den ersten Kapiteln war ich von dem Buch sofort angetan. Ich konnte sehr schnell spüren, hier schreibt jemand mit Verstand für Details und obendrein mit viel Herz für die Region und ihre Bewohner. Dirk Trost bietet, im Vergleich zu den unzähligen anderen Ostfrieslandkrimis, die den Markt inzwischen überschwemmen, tatsächlich eine wohltuende und angenehme Charmeoffensive. Er gehört zu den deutlich unterrepräsentierten männlichen Autoren dieses Sub-Genres, sieht man mal von Klaus-Peter Wolf ab, die diesen Landstrich nebst Nordseestrand durchpflügen. Der überwiegende Teil aller Ostfriesenkrimis stammt von weiblichen Nachwuchsautorinnen, die mit ihren jeweiligen Qualitäten jedoch nicht in jedem Fall überzeugen können. Zumindest gelingt es den meisten ostfriesischen Autorinnen nur selten, mit einem solchen Aufgebot an sympathischen Charakteren aufzuwarten, die einen Krimi erst bunt und unterhaltsam werden lassen. Durch eine spannende Handlung und einer ordentlichen Portion trockenen Humors gelingt es Dirk Trost fast schon spielerisch Granat für Greetsiel zu einem reinen Lesevergnügen zu machen. In diesem Krimi ist nichts dröge, angestaubt oder gar sinnesfeindlich. Im Gegenteil! Jan de Fries kommt als großer Charmeur daher. Der Autor malt zudem mit seinen Ortsbeschreibungen plastische Bilder in die Köpfe seiner Leser. Jeder, der Greetsiel nicht kennt, kann sich nach der Lektüre diesen Küstenort in etwa so vorstellen, als wäre er bereits schon mal dort gewesen. Die Figuren sind so lebensnah beschrieben, dass man sie zu kennen glaubt. Man spürt förmlich den Nordseewind um die Nase wehen und wird immer tiefer hineingezogen in ein dicht gestricktes Netz starker Emotionen und menschlicher Abgründe. Ein symphytischer Einfall ist auch die sich parallel zum Mordfall entwickelnde Beziehung zwischen Jan und seiner verloren geglaubten Tochter, die ganz unerwartet in sein Leben hereinplatzt.

Granat für Greetsiel ist eine überraschende und zugleich amüsante Lektüre für alle Krimifans. Aber auch die Liebhaber ostfriesischer Skurrilitäten kommen voll auf ihre Kosten. In der Geschichte geht es keineswegs gemächlich zu. Gemeinsam mit dem Protagonisten wird man Schlag auf Schlag in eine dichte Handlung hineingezogen, die den Leser mit allen Sinnen ergreift. Dirk Trost hat mit diesem Buch einen bemerkenswerten Erstling vorgelegt, der nach weiteren Fortsetzungen verlangt. Für mich ist dieses Buch ein Volltreffer, mehr als ein gelungener Einstand, vielmehr ein Versprechen. Wir dürfen gespannt sein auf die weiteren Fälle mit Jan de Fries.

(per)